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Laut einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung ist an 9,8 Prozent der Kitas im Saarland keine Arbeitszeit für Leitungsaufgaben eingeplant. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:
„Die Anforderungen an die Erzieherinnen und Erzieher in den Kindertagesstätten sind in den vergangenen Jahren stetig
Klaus Kessler - Stellvertretender Fraktionsvorsitzender - Bild: gruene-fraktion-saar.de
Klaus Kessler – Stellvertretender Fraktionsvorsitzender – Bild: gruene-fraktion-saar.de
gewachsen. Sie sehen sich mit immer mehr Betreuungsaufgaben wie der Umsetzung der Inklusion, der Sprachförderung oder der interkulturellen Erziehung konfrontiert. Vor diesem Hintergrund reicht es nicht aus, die Kitas im Land lediglich unter quantitativen Aspekten auszubauen. Wir brauchen auch eine angemessene Personalausstattung, um eine hervorragende Betreuung unseres Nachwuchses sicherzustellen.
Dies bedeutet, dass in erster Linie eine ausreichende Zahl von Stellen geschaffen werden muss, damit den Kita-Leitungen tatsächlich genügend Zeit für Verwaltungsaufgaben bleibt. Dies ist laut der Bertelsmann-Studie in etwa jeder zehnten Kindertagesstätte im Saarland nicht der Fall. Darunter leidet letztlich die Betreuung der Kinder, da das Leitungspersonal entsprechende Verwaltungs- und Führungstätigkeiten in der Zeit erledigen muss, die eigentlich für pädagogische Aufgaben vorgesehen ist.
Zum anderen muss die Landesregierung beim Betreuungsschlüssel in den Kindertageseinrichtungen generell nachjustieren. So ist beispielsweise in den Kindergärten im Saarland laut der Bertelsmann Stiftung (Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme 2015) eine Erzieherin im Schnitt rein rechnerisch für 9,8 Kinder zuständig. Von einem angemessenen Betreuungsverhältnis von 1 zu 7,5, das im Übrigen auch die Liga der Freien Wohlfahrtspflege Saar empfiehlt, ist das weit entfernt. Zudem rechnen die Forscher der Bertelsmann Stiftung damit, dass das Betreuungsverhältnis gerade aufgrund zusätzlicher Verwaltungsaufgaben in der Praxis noch ungünstiger ausfällt. Demnach liege es im Saarland real mindestens bei 1 zu 13.
Die Landesregierung darf nicht länger zulasten der Qualität der Bildung und Erziehung unserer Kinder sparen. Wir fordern von ihr, für eine angemessene Personal- und Finanzausstattung der Kitas zu sorgen, um das Betreuungsverhältnis zu verbessern und allen Einrichtungen die Möglichkeit zu geben, Arbeitszeit für Leitungsaufgaben einzuplanen.“
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