HOMBURG1 | SAARLAND NACHRICHTEN
DIE LINKE kritisiert die gestrige Entscheidung des Europaparlaments zur begrenzten Verlängerung der Zulassung des Pflanzenwirkstoffs Glyphosat. Auch Deutschland will einer Verlängerung von sieben Jahren zustimmen.
Dazu erklärt Dagmar Ensch-Engel, umweltpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Saarländischen Landtag:

„Solange der von der internationalen Krebsagentur der Weltgesundheitsorganisation geäußerte Verdacht, dass Glyphosat krebserregend sein könnte, nicht vollständig ausgeräumt ist, halte ich eine Verlängerung der Zulassung für unverantwortlich.“

Auch eine Halbierung der Zulassungszeit sei aus Sicht der LINKEN nicht ausreichend. „Die möglichen Krebsrisiken werden hierdurch nicht minimiert“, so Ensch-Engel.
Selbst das Umweltbundesamt warnt vor den möglichen gesundheitlichen Gefahren durch Glyphosat und verweist unter anderem auf die Anreicherung des Stoffes im menschlichen Urin. Dies könne den Zeiträumen zugeordnet werden, in denen Glyphosat in immer größeren Mengen eingesetzt wurde. Das größte Risiko liege jedoch bei der unsachgemäßen Anwendung.
Um verlässliche Entscheidungen treffen zu können fordert Ensch-Engel aktuelle und verlässliche Zahlen, um das Gefährdungspotential besser einschätzen zu können. „Dabei sollten wir vor allem das Wohl der Kinder im Auge haben. Eine aktuelle Untersuchung des Umweltbundesamtes deutet nämlich darauf hin, dass die Belastung durch Glyphosat in den letzten Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich angestiegen ist.“ Insbesondere aus Gründen der Vorsorge sei in erster Linie die Bundesregierung in der Pflicht, die Menschen optimal zu schützen. „Und das kann vorerst nur eins bedeuten: Ein Verbot von Glyphosat.“
Ensch-Engel appelliert zudem an die zuständige EU-Kommission, bei ihrer für Mitte Mai anstehenden Entscheidung die umfassend erläuterten Bedenken aus Wissenschaft, Politik und Bevölkerung ernst zu nehmen und den Zulassungsantrag abzulehnen.

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