HOMBURG1 | SAARLAND NACHRICHTEN

Das Umweltinstitut München hat in einer Untersuchung Spuren des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat in 14 Biersorten nachgewiesen. Die Grünen-Fraktion fordert vor diesem Hintergrund von der Landesregierung, umfassende Untersuchungen von Lebensmitteln auf Glyphosat-Rückstände zu veranlassen. Hierzu erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen-Fraktion, Hubert Ulrich:

„Es wird immer deutlicher, wie groß die Gefahren durch das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat tatsächlich sind. Nachdem bereits das Institut Ökotest im Jahr 2012 diesen Stoff in Brötchen und Haferflocken nachgewiesen hat, wurde Glyphosat nun auch in den 14 meistverkauften Biersorten in Deutschland gefunden. Laut dem Umweltinstitut München könnte der Grund dafür sein, dass der verwendete Hopfen mit dem Stoff belastet war.

Diese Ergebnisse verdeutlichen erneut, dass Glyphosat vor dem Hintergrund seiner wahrscheinlich krebserregenden Wirkung endlich vom Markt genommen werden muss. Wir fordern daher von Umweltminister Jost, seine Amtskollegen auf Bundesebene, Barbara Hendricks und Christian Schmidt, in die Pflicht zu nehmen. Diese müssen sich gegenüber der EU dafür einsetzen, dass diese endlich das Vorsorge-Prinzip anwendet und eine weitere Zulassung von Glyphosat ablehnt.

Darüber hinaus halten wir es angesichts der aktuellen Erkenntnisse für unerlässlich, dass die Landesregierung endlich umfassende Proben von Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen auf Pestizidrückstände veranlasst. Bislang existieren hierzu keinerlei Planungen. Lediglich das Grundwasser wird auf Glyphosat-Rückstände hin untersucht.

Zurzeit kann das Saarland aufgrund der Umstrukturierung der Verbraucherschutzämter (LUA und LAV) und der noch fehlenden Neuakkreditierung der Labore selbst keine umfassende Beprobung auf Pestizidrückstände durchführen lassen. Wir fordern daher von der Landesregierung, dass sie in der Zwischenzeit entsprechende Untersuchungen von anderen Bundesländern vornehmen lässt. Die Landesregierung hatte zwar behauptet, dass die Rückstandsanalytik von anderen Ämtern in Hessen und Rheinland-Pfalz bis zum Abschluss der Akkreditierung übernommen werden solle. Allerdings hatte eine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz gezeigt, dass das Saarland sich mit einer solchen Bitte bislang an keine rheinland-pfälzischen Labore gewandt hat.“

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