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Seit dem Schuljahr 2015/16 ist es den Gemeinschaftsschulen und Gymnasien im Saarland möglich, das Fach Ethik in den Klassenstufen 5 bis 8 als Ersatzunterricht für den Religionsunterricht anzubieten. Vor diesem Hintergrund hatte die Grünen-Fraktion eine Anfrage an die Landesregierung zur Umsetzung dieser Regelung gestellt. Zu den Antworten erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Klaus Kessler:

„Mit der Änderung des Schulordnungsgesetzes hat es Bildungsminister Commerçon den Schulen seit diesem Jahr zwar ermöglicht, das Fach Ethik als verbindliche Alternative zum Fach Religion einzurichten. Allerdings erhalten sie hierfür nicht mehr Stundenbudget. Somit ist zu befürchten, dass manche Schulen auf die Einführung des Ethikunterrichts wegen ihrer knappen Personalausstattung verzichten oder dafür andere Förder- und Unterrichtsangebote einschränken werden. Daher wollten wir mit unserer Anfrage klären, in wie weit die Neuregelung für den Ethikunterricht von den Schulen im Land bislang umgesetzt wird.

Wie aus den Antworten hervorgeht, lässt das Bildungsministerium jedoch nicht erfassen, welche Schulen Ethik lediglich im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft (AG) anbieten und welche Ethik als benotetes Ersatzfach für Religion und somit als versetzungsrelevante Alternative zum Religionsunterricht im Lehrplan verankert haben. Die Landesregierung stellt in ihrer Antwort lediglich dar, dass im Schuljahr 2015/16 insgesamt 38 Gemeinschaftsschulen und 21 Gymnasien Ethikunterricht anbieten. Sie enthält der Öffentlichkeit damit Informationen vor, inwieweit die Schulen überhaupt von der Neuregelung des Ethikunterrichts Gebrauch machen.

Unserer Auffassung nach verschleiert Minister Commerçon hier offenkundig differenzierte Daten, um sich nicht der wiederholten Kritik auszusetzen, dass die Schulen verbindlichen Ethikunterricht nur im Rahmen ihres bestehenden Stundenbudgets anbieten können. Um eine echte Gleichwertigkeit zwischen den Fächern Religion und Ethik herzustellen, müsste er den Schulen für den Ethikunterricht eigentlich zusätzliche Lehrerstunden zur Verfügung stellen.

Es mutet auch merkwürdig an, dass der Bildungsminister offenbar kein Interesse daran hat, die Wirksamkeit seiner eigenen Gesetzesänderung zu prüfen. Darauf lassen zumindest die Antworten auf unsere Anfrage schließen. Wir werden das nicht auf sich beruhen lassen und im Rahmen einer weiteren Anfrage darauf drängen, dass Minister Commerçon eine differenzierte Statistik nachliefert. Aus dieser muss ersichtlich sein, welche Schulen in welchen Klassen Ethik als AG oder als reguläres Unterrichtsfach im Stundenplan anbieten.“

Link zu den Antworten auf die Anfrage der Grünen-Fraktion:
http://www.landtag-saar.de/Drucksache/Aw15_1708.pdf

Link zur Nachfrage: http://gruene-fraktion-saar.de/wp-content/uploads/2016/03/Nachfrage_Ethikunterricht.pdf

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