police standing on road during daytime
Symbolbild Foto: Mike Powell
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Immer weniger Menschen wollen bei der saarländischen Polizei anfangen. Zum Einstellungstermin am 1. Oktober 2026 sind die Bewerberzahlen erneut spürbar zurückgegangen. Für die Gewerkschaft der Polizei (GdP) im Saarland ist das kein Ausrutscher, sondern ein Alarmsignal, das sich seit Jahren mit trostloser Regelmäßigkeit wiederholt.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 2025 zählte die Polizei noch 773 Bewerbungen, ein Jahr zuvor waren es 849. Vor 15 Jahren interessierten sich noch knapp 1.000 Menschen für den Beruf, vor 20 Jahren lag die Marke sogar kontinuierlich bei rund 1.500 – und das bei nur halb so vielen freien Stellen wie heute. „Der Trend, dass sich Jahr für Jahr immer weniger Menschen bei der saarländischen Polizei bewerben, setzt sich leider fort“, sagt der GdP-Landesvorsitzende Andreas Rinnert. Und das, so betont er, obwohl die Einstellungsvoraussetzungen bei Alter, Mindestkörpergröße und Schulbildung über die Jahre deutlich gelockert wurden.

Ein Grund für die schrumpfende Resonanz liegt aus Sicht der Gewerkschaft im wachsenden Wettbewerb um Nachwuchs. Zoll, Bundespolizei, die benachbarte rheinland-pfälzische Landespolizei, eine wieder erstarkende Bundeswehr und nicht zuletzt die freie Wirtschaft – sie alle greifen auf denselben Pool an jungen Talenten zu. Wer in diesem Ringen um die besten Köpfe bestehen will, muss nach Überzeugung der GdP mehr bieten. Doch genau daran hakt es.

Statt Anreizen sieht Rinnert vielerorts sogar höhere Hürden. Mehrere Qualifikationen, die früher während der Dienstzeit und auf Staatskosten erworben werden konnten, müssen die Nachwuchskräfte heute in ihrer Freizeit und aus eigener Tasche finanzieren: das Rettungsschwimmabzeichen, das Sportabzeichen und der Nachweis eines bestandenen Tastschreibkurses. „All das ist alles andere als ein Anreiz“, so der Gewerkschaftschef. Für die Berufseinsteiger summieren sich die Kosten bereits während der Ausbildung auf einen deutlich dreistelligen Betrag – bei einer Besoldung, die seit Jahren bundesweit die niedrigste ist.

Besonders am Tastschreibkurs stört sich die Gewerkschaft. Aus ihrer Sicht ist die Anforderung ein Relikt aus der Zeit der Schreibmaschine, das in eine längst digitalisierte Polizeiarbeit nicht mehr passt. Dienstliche Smartphones, Touchscreens und eine Generation, die schon im Kindergarten mit Tastaturen aller Art aufwächst, prägen den heutigen Alltag. Alle anderen Polizeien in Bund und Ländern hätten diese Hürde abgeschafft – nur das Saarland halte trotz jahrelanger Kritik daran fest.

Rinnert fordert ein Umdenken. „Man muss mehr tun, als nur zusehen“, mahnt er. Qualifikationen, die von den Studierenden verlangt werden, müssten wieder Leistungen des Dienstherrn sein, der die Kosten übernimmt – etwa rückwirkend nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung. Auch beim Führerschein sieht die GdP Handlungsbedarf: Bereits 2024 habe man Innenminister Jost vorgeschlagen, sich anteilig an den Kosten zu beteiligen. Im „Autoland Saarland“ wäre das aus ihrer Sicht ein naheliegender Schritt, der bei anderen Polizeien bereits Schule macht. Rinnerts Fazit fällt drastisch aus: „Von nichts kommt nichts – erst recht keine geeigneten Bewerber.“

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