Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt schlägt die Pharmaindustrie Alarm. Der Branchenverband Pharma Deutschland und die im Bundesland ansässigen Unternehmen blicken mit Besorgnis auf das Wahlergebnis und fürchten um die Zukunft eines Standorts, der maßgeblich von internationaler Vernetzung lebt.
Die Sorge speist sich aus einem zentralen Umstand: Die Arzneimittelherstellung ist eng mit der Welt verwoben. Das gilt sowohl für die wirtschaftlichen Beziehungen der Unternehmen als auch für die Menschen, die in den Laboren und Produktionsstätten arbeiten. Fachkräfte aus unterschiedlichen Ländern bilden das Rückgrat der Forschung und Entwicklung.
Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, macht deutlich, worauf es aus Sicht der Branche ankommt. „Die Pharmabranche ist darauf angewiesen, die besten Köpfe ungeachtet ihrer Herkunft beschäftigen zu können“, betont sie. Nur in einem weltoffenen gesellschaftlichen Klima könnten dringend benötigte Innovationen und die Grundversorgung mit Arzneimitteln aus Deutschland kommen.
An dieser Voraussetzung hängt für Brakmann weit mehr als die tägliche Produktion. Sie sieht die künftige Versorgung der Menschen mit Medikamenten unmittelbar mit einem offenen Umfeld verknüpft. Fehle dieses Fundament, werde die Pharmaproduktion nicht nur erheblich erschwert. Auch neue Ansiedlungen und Investitionen würden dann unwahrscheinlicher.
In dieser Spannung liegt die Kernbotschaft des Verbands. „Sachsen-Anhalt hat den Wechsel gewählt, der Pharmastandort braucht Kontinuität“, fasst Brakmann die Position zusammen. Der Appell richtet sich an die politisch Verantwortlichen, ihre wirtschaftspolitische Verantwortung wahrzunehmen und verlässliche Rahmenbedingungen zu sichern.
Welches Gewicht hinter dieser Forderung steht, zeigt ein Blick auf den Verband selbst. Pharma Deutschland ist der mitgliederstärkste Branchenverband der Pharmaindustrie im Land und vertritt die Interessen von rund 400 Unternehmen mit etwa 80.000 Beschäftigten. Diese Firmen stellen fast 80 Prozent der in Apotheken verkauften rezeptfreien und annähernd zwei Drittel der rezeptpflichtigen Arzneimittel bereit und tragen damit entscheidend zur Versorgungssicherheit bei.




















