Symbolbild
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Zwei Millionen Euro oder die Daten landen im Darknet: Vor genau dieser Entscheidung steht derzeit das Land Berlin. Cyberkriminelle fordern die Summe, damit sie bei einem Hackerangriff erbeutete personenbezogene Informationen nicht veröffentlichen. Was in der Hauptstadt öffentlich verhandelt wird, spielt sich in deutschen Unternehmen fast täglich hinter verschlossenen Türen ab.

Denn Erpressung per Schadsoftware ist längst kein Randphänomen mehr. Nach einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom war fast jedes zweite Unternehmen (45 Prozent) in den vergangenen zwölf Monaten Ziel eines Ransomware-Angriffs. Häufig verschlüsseln die Täter dabei ganze IT-Systeme und blockieren sie, sodass der Betrieb komplett stillstehen kann. Bei einem Viertel der Firmen entstand ein Schaden, bei 20 Prozent blieb der Angriff folgenlos.

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Immerhin zeichnet sich eine Entspannung ab. Im Vorjahr hatten noch 58 Prozent aller Unternehmen mit solchen Attacken zu kämpfen. Die große Mehrheit der Betroffenen lässt sich zudem nicht erpressen: Zwei Drittel überwiesen den Kriminellen keinen Cent. Dennoch hat jedes fünfte Unternehmen (20 Prozent) schon einmal gezahlt, während 14 Prozent dazu keine Angaben machen wollten oder konnten.

Wer sich auf die Forderungen einlässt, riskiert erhebliche Beträge. 37 Prozent der zahlenden Firmen überwiesen zwischen 10.000 und 100.000 Euro, ein weiteres knappes Viertel bis zu einer halben Million. Sechs Prozent legten bis zu einer Million Euro auf den Tisch, vier Prozent sogar noch mehr. Häufig bewegen sich die Zahlungen also im sechsstelligen Bereich.

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Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst warnt eindringlich davor, diesem Weg zu folgen. „Der aktuelle Fall in Berlin zeigt, vor welch schwieriger Entscheidung Opfer von Ransomware-Angriffen stehen. Richtig wäre, nicht zu zahlen. Jede Zahlung finanziert den nächsten Angriff“, sagt er. Eine Garantie gebe es ohnehin nie: „Weder für die Entschlüsselung seiner Daten noch dafür, dass die Täter die Daten nicht doch veröffentlichen oder weiterverkaufen.“

Entscheidend sei stattdessen die Vorbereitung. „Wer Backups besitzt und Notfallpläne aufgestellt hat, sorgt dafür, dass eine Verschlüsselung den Betrieb nicht über längere Zeit lahmlegt“, betont Wintergerst. Der Verband empfiehlt Unternehmen fünf zentrale Maßnahmen: Sie sollten die eigene IT-Landschaft genau kennen, Sicherungskopien anlegen und diese getrennt vom Netz aufbewahren.

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Hinzu kommen abgesicherte Zugänge durch Mehr-Faktor-Authentifizierung und ein striktes Rechtemanagement. Ebenso wichtig ist es, Angriffe früh zu erkennen, indem Protokolldaten durchgängig ausgewertet werden. Und schließlich sollte der Ernstfall geübt werden, denn ein Notfallplan nützt nur, wenn er beim Ausfall der IT auch erreichbar bleibt. Geübte Abläufe entscheiden am Ende darüber, ob ein Unternehmen nur Stunden oder gleich Wochen stillsteht.

Grundlage der Zahlen ist eine telefonische Umfrage von Bitkom Research unter 1.003 Unternehmen ab zehn Beschäftigten und einem Jahresumsatz von mindestens einer Million Euro. Sie fand zwischen der 16. und 23. Kalenderwoche 2026 statt und gilt als repräsentativ.

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