Wochenlange Trockenheit, dazu eine Hitzewelle mit Rekordwerten – und laut dem Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) herrscht im Saarland inzwischen eine ausgeprägte Dürre. Für Bündnis 90/Die Grünen im Saarland ist die Lage ein deutliches Warnsignal: Das Land müsse beim Umgang mit seinen Wasserreserven endlich schneller handeln.
„Die aktuelle Trockenheit führt uns vor Augen, dass Wasser zu einer der wichtigsten Zukunftsfragen für das Saarland geworden ist“, sagt die stellvertretende Landesvorsitzende Anne Lahoda. Wenn Böden austrockneten und das Wasser knapp werde, dürften politische Entscheidungen nicht auf veralteten Grundlagen fußen. Gefragt seien stattdessen aktuelle, wissenschaftlich belastbare Zahlen zur Grundwasserneubildung.
Genau an diesem Punkt setzt die Kritik der Partei an, und zwar schon seit Jahren. Zentrale Weichenstellungen zur Wasserbewirtschaftung, so der Vorwurf, beruhten auf Berechnungen, die nicht auf dem neuesten Stand der Wissenschaft fortgeschrieben worden seien. Angesichts der immer dichter aufeinanderfolgenden Dürreperioden sei dieser Zustand nicht länger hinnehmbar.
Untermauert wird das Anliegen durch den Masterplan „Zukunftssichere Wasserversorgung im Saarland 2040“. Das Papier legt gleich mehrere Baustellen offen: einen Investitionsstau in den Leitungsnetzen, fehlende Fachkräfte, unzureichend verzahnte Strukturen zwischen den einzelnen Wasserversorgern. Und es benennt ausdrücklich die Notwendigkeit, die Datengrundlagen zur Grundwasserneubildung zu aktualisieren – als eine der wichtigen Handlungsempfehlungen.
Für Lahoda reicht der Blick dabei weit über die reine Trinkwasserversorgung hinaus. „Der Schutz unserer Wasserressourcen ist weit mehr als die Sicherung der Trinkwasserversorgung“, betont sie. Er entscheide über die Zukunft der Landwirtschaft, der Gewässer und der natürlichen Lebensgrundlagen. Gerade jetzt brauche das Saarland eine Wasserpolitik, die vorausschauend agiere und die Folgen der Dürre konsequent einbeziehe. Ihre Forderung richtet sie direkt an die zuständige Ministerin Berg, die das Thema endlich anpacken müsse.
Konkret verlangen die Saar-Grünen von der Landesregierung, die wasserwirtschaftlichen Grundlagen nach dem aktuellen Forschungsstand fortzuschreiben, eine krisenfeste Wasserinfrastruktur auszubauen und den Schutz von Gewässern und Grundwasser als Kernaufgabe der Klimaanpassung zu begreifen. Nur so lasse sich die Versorgung von Bevölkerung, Landwirtschaft und Wirtschaft dauerhaft sichern. Für die kommenden Tage ist bereits die nächste Hitzewelle vorhergesagt – der Druck auf die Wasserpolitik dürfte damit weiter steigen.



















