Die Blieskasteler Industrie- und Gewerbebetriebe waren herzlich eingeladen, sich im Rahmen einer Veranstaltung der Stadt Blieskastel über die Thematik Starkregen und Sturzfluten sowie über die potenzielle Überflutungssituation und rechtliche Folgen für ihr Unternehmen zu informieren. Die Informationen sind im Internet abrufbar.

In Blieskastel und auch im übrigen Saarland waren der letzte Sommer und Anfang Februar dieses Jahres stark geprägt von Unwetterwarnungen und Überschwemmungen durch Starkregen. In ganz Deutschland kommt es derzeit vermehrt zu solchen Ereignissen. Im Bereich des Privatbesitzes gilt nach §5 WHG die allgemeine Sorgfaltspflicht und die Eigenverantwortung Betroffener geeignete Vorsorgemaßnahmen im Rahmen des Möglichen und Zumutbaren zu treffen. Für Industrie- und Gewerbebetriebe hingegen, welche nach der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) kategorisiert sind, besteht eine noch höhere Gefahr, denn für AwSV-Gewerbeobjekte gelten nach der rechtlichen Grundlage § 62 Abs. 4 WHG die Anforderungen an den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen und die geltenden Pflichten, welche die Betreiber zur Gewährleistung der Bevölkerungsgesundheit sowie zur Erhöhung des Boden- und Gewässerschutzes umsetzen müssen.

Aufgrund der schweren Vorhersagbarkeit dieser Ereignisse ist eine frühzeitige Einschätzung der prinzipiellen Gefahrenlage essenziell, sodass im Vorfeld bereits präventive Maßnahmen erfolgen können. Die Stadt Blieskastel gab deshalb im Frühling 2020 die Erstellung eines Starkregenvorsorgekonzeptes in Auftrag. Die Basis dazu bilden Starkregengefahrenkarten, die anhand von topographischen Daten berechnet werden und die Überflutungsflächen, -tiefen und die Fließgeschwindigkeiten für ein vorgegebenes Niederschlagsereignis anzeigen. Im Sommer 2020 begann die Bearbeitung des Projektes, woraufhin nach der Aufarbeitung der Basisdaten und einer groben Fließweganalyse im November und Dezember 2020 mehrere Ortsbegehungen zur Begutachtung kritischer Bereiche des involvierten Ingenieurbüros relevanten Vertretern der Stadt durchgeführt wurden. Anschließend wurden hydrodynamische 2D- Simulationen durchgeführt und Starkregengefahrenkarten für das gesamte Stadtgebiet erstellt. Diese wurden der Stadt Anfang Februar 2021 zur Validierung ausgehändigt. Aufgrund der COVID-19-Pandemie mussten mehrere öffentliche Termine hintenangestellt werden, die weitere Bearbeitung fokussierte sich zunächst auf die Erarbeitung des Maßnahmenkatalogs. Im Sommer 2021 folgten Bürgerinformationsveranstaltungen.

Nachdem die derzeitige Covid-Infektionslage öffentliche Veranstaltungen wieder zulässt, wurden seitens der Stadtverwaltung dann im vergangenen Mai auch die Blieskasteler Unternehmen schriftlich zu Informationsveranstaltungen in die Bliesgau-Festhalle eingeladen. Hierbei sollten die wirtschaftlichen Akteure hinsichtlich der Gefahren durch Extremwetterereignisse sensibilisiert werden, sich über ihre eigene Situation informieren, um anschließend für ihren Standort eine genaue Defizitanalyse hinsichtlich der Themen Starkregen- und Hochwasservorsorge durchführen und somit entsprechende Vorsorgemaßnahmen treffen zu können. (sg/ub)

Die Online-Präsentation zur Veranstaltung mit weiteren Informationen kann unter folgenden Links eingesehen werden:

https://prezi.com/view/HoB7mJfGDvK4DKPeCs3W/

https://www.blieskastel.de/aktuelles-veranstaltungen/hochwasser-vorsorge-konzept/

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