Im Saarland gibt es ab sofort eine zentrale Anlaufstelle, wenn es darum geht, junge Menschen stärker in politische und kommunale Prozesse einzubinden. Die neue Fach- und Servicestelle für Jugendbeteiligung hat ihre Arbeit aufgenommen – und zwar mit vollständig besetztem Team. Sie soll dafür sorgen, dass das Saarländische Junge-Menschen-Beteiligungsgesetz (SJMBG) nicht nur auf dem Papier steht, sondern im Alltag von Kommunen und Jugendlichen tatsächlich ankommt.
Sozialminister Magnus Jung sieht in der neuen Einrichtung einen entscheidenden Baustein für die Beteiligungskultur im Land. „Ich freue mich sehr, dass die Fach- und Servicestelle für Jugendbeteiligung nun auch personell vollständig besetzt werden konnte“, sagte Jung. Die Stelle bilde „den Mittelpunkt für Jugendbeteiligung im Saarland“ und schaffe einen direkten Zugang – nicht nur für die Kinder- und Jugendhilfe und die Kommunen, sondern auch für die jungen Menschen selbst.
Konkret richtet sich das Angebot vor allem an Städte und Gemeinden, die Beteiligungsstrukturen für Kinder und Jugendliche aufbauen oder weiterentwickeln wollen. Die Fachstelle begleitet solche Prozesse inhaltlich und methodisch, damit Beteiligung vor Ort nicht bei einem einmaligen Projekt stehen bleibt, sondern dauerhaft verankert wird. Wer als Kommune noch am Anfang steht, findet hier ebenso Unterstützung wie jene, die bestehende Formate auf den Prüfstand stellen möchten.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf landesweiten Formaten, die möglichst niedrigschwellig angelegt sein sollen. Dazu zählen etwa das Landesjugendforum oder ein eigenes Beteiligungsforum, das sich gezielt an Kinder bis elf Jahre richtet. Die Stelle übernimmt dabei Konzeption, Koordination und Weiterentwicklung – mit dem Ziel, Beteiligung nicht als abstraktes Recht, sondern als gelebte Praxis zu gestalten.
Gleichzeitig steht die Einrichtung auch Kindern und Jugendlichen persönlich offen. Wer Fragen hat, eine Idee mitbringt oder sich in der eigenen Kommune einbringen möchte, kann sich direkt an das Team wenden. Geleitet wird die Fachstelle von Meike Hollinger-Koch, unterstützt von Philip Wiebrecht. Weitere Informationen sollen künftig über die Internetseite jugendbeteiligung-saar.de abrufbar sein, die sich derzeit noch im Aufbau befindet.
Mit der vollständigen Besetzung der Stelle sendet das saarländische Sozialministerium ein klares Signal: Jugendbeteiligung soll im Land kein Randthema bleiben, sondern systematisch gefördert und professionell begleitet werden. Ob das gelingt, wird sich daran messen lassen, wie viele Kommunen das Angebot tatsächlich nutzen – und wie viele junge Saarländerinnen und Saarländer am Ende das Gefühl haben, gehört zu werden.




















