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168 aktive Startups, ein DeepTech-Anteil weit über dem Bundesschnitt und eine Forschungslandschaft, die als Gründungsmotor funktioniert wie kaum anderswo in Deutschland – der Saarland Startup Monitor 2026 zeichnet ein Bild, das dem kleinsten Flächenland eine bemerkenswerte Rolle im deutschen Innovationsgeschehen zuweist. Am Donnerstag stellten Wirtschaftsstaatssekretärin Elena Yorgova-Ramanauskas und Jannis Gilde vom Bundesverband Deutsche Startups die Ergebnisse der Regionalstudie vor, die der Startup-Verband im Auftrag des saarländischen Wirtschaftsministeriums erarbeitet hat.

Das zentrale Ergebnis: Pro Kopf gerechnet liegt das Saarland im deutschlandweiten Mittelfeld und lässt dabei mehrere vergleichbare Flächenländer hinter sich, darunter Rheinland-Pfalz. Besonders Saarbrücken sticht hervor. 89 der 168 Startups – mehr als die Hälfte – sind in der Landeshauptstadt angesiedelt. Im Ranking von 80 deutschen Großstädten ab 100.000 Einwohnern erreicht Saarbrücken bei der Startup-Aktivität pro Kopf Platz 17. Auch der Saarpfalz-Kreis, begünstigt durch den Hochschul- und Medizinstandort Homburg, sowie der Landkreis Saarlouis weisen eine nennenswerte Gründerszene auf.

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Nach einem Rückgang der Neugründungen zwischen 2022 und 2024 deutet sich nun eine Trendwende an. 22 neu gegründete innovationsgetriebene Startups wurden 2025 gezählt – erstmals zog die Zahl wieder spürbar an. Die Branchenverteilung ist breit, Schwerpunkte liegen in den Bereichen Software und Food. 55 Prozent der Startups richten sich an Geschäftskunden, was dem Bundesniveau entspricht. Herausragend ist der DeepTech-Anteil: 19 Prozent der saarländischen Startups gehören diesem Segment an, bundesweit sind es lediglich elf Prozent. Patente spielen für 53 Prozent der Gründungen eine große Rolle – im Vergleich zu 36 Prozent im Rest der Republik.

Diese technologiegetriebene Ausrichtung hat einen klaren Ursprung: die enge Verzahnung mit der Wissenschaft. 83 Prozent der saarländischen Startups haben Unterstützung von Hochschulen oder Forschungseinrichtungen erhalten, im Bundesdurchschnitt liegt dieser Wert bei 51 Prozent. 58 Prozent der Gründerinnen und Gründer nennen die Nähe zu Wissenschaft und Forschung als entscheidenden Standortfaktor. Einrichtungen wie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und das CISPA – Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit verleihen dem Saarland internationale Sichtbarkeit in Zukunftsfeldern. „Dass 83 Prozent unserer Startups von dort Unterstützung erfahren haben, zeigt, wie gut der Wissenstransfer funktioniert“, sagte Yorgova-Ramanauskas. Mit der Startup-Factory wolle man diese Kräfte weiter bündeln und zusätzliche Impulse für Gründungen und Wachstum schaffen.

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Doch die Studie benennt auch eine empfindliche Schwachstelle: den Zugang zu privatem Wagniskapital. Nur zehn Prozent der Startups bewerten die Kapitalsituation positiv, bundesweit sind es 31 Prozent. Auch bei Kooperationen mit etablierten Unternehmen sieht der Monitor Nachholbedarf. Die Staatssekretärin verwies auf die Gegenmaßnahmen des Landes: „Genau deshalb haben wir unsere Startup-Förderung massiv ausgebaut und stellen mit rund 120 Millionen Euro zusätzliche Instrumente für Wachstumskapital bereit. Wir wollen, dass innovative Ideen im Saarland entstehen und hier auch groß werden.“ Konkret fließen unter anderem 40 Millionen Euro in einen Transformationsfonds, 23,6 Millionen Euro in das Programm RegionInnoGrowth, 22,6 Millionen Euro in ein EFRE-Nachrangdarlehen und 35 Millionen Euro in einen EFRE-Beteiligungsfonds.

Positiv fällt die Bewertung der Frühphasenbedingungen aus. Qualifizierte Talente, vergleichsweise günstige Büroflächen und die Hochschulnähe gelten als klare Standortvorteile. 88 Prozent der Startups messen Veranstaltungen eine hohe Bedeutung bei – vor allem für Kundengewinnung, Sichtbarkeit und den Austausch mit Investoren. Mehr als jedes zweite Startup nutzt staatliche Fördermittel, die Abdeckung liegt im Bundesvergleich auf hohem Niveau.

Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Deutsche Startups, ordnete die Ergebnisse in den größeren Zusammenhang ein: „Im Saarland zeigen sich die wirtschaftlichen Herausforderungen Deutschlands wie im Brennglas – zugleich aber auch die Chancen, die entstehen, wenn wir konsequent auf Startups setzen.“ Sie sehe großes Potenzial für eine neue Welle an DeepTech-Gründungen, die Deutschland im internationalen Wettbewerb entscheidend nach vorne bringen könne. Mit SouthWestX und steigenden Gründungszahlen, so Yorgova-Ramanauskas, entstehe genau diese neue Dynamik für das Saarland.