Wenn zu hohes Körpergewicht, entgleiste Blutzuckerwerte, Bluthochdruck und erhöhte Blutfette zusammentreffen, entsteht ein gefährliches Zusammenspiel. Statistisch trägt jeder dritte Mensch in Deutschland dieses Risikobündel in sich. Am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg setzt man diesem Problem nun eine neue Struktur entgegen: ein Metabolisches Board, in dem sich Fachleute mehrerer Disziplinen zusammenschließen.

Hinter dem sperrigen Begriff verbirgt sich eine einfache Idee. Kardiologie, Gastroenterologie, Diabetologie, Hepatologie und Ernährungsmedizin arbeiten nicht mehr nebeneinander, sondern an einem Tisch. Die Gruppe trifft sich regelmäßig, bespricht einzelne Fälle interdisziplinär und entwickelt für jeden Betroffenen eine individuell zugeschnittene Behandlung. Denn treten die genannten Risikofaktoren gebündelt auf, sprechen Mediziner vom Metabolischen Syndrom.

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Die Folgen dieses Syndroms sind erheblich. Es erhöht das Risiko für Fettlebererkrankungen, die Fachleute als MASLD bezeichnen, für Entzündungen der Bauchspeicheldrüse und für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Eine zentrale Rolle spielt dabei das viszerale Fettgewebe, das sich in der Bauchhöhle und rund um die inneren Organe ansammelt. „Dieses Fett kann Entzündungen fördern und treibt damit das Metabolische Syndrom weiter an“, warnt PD Dr. Maurice Michel, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin II des UKS.

Gerade diese Wechselwirkung macht das Thema für so viele Abteilungen relevant. „Somit sind diese Stoffwechselstörungen ebenfalls ein wichtiges Thema für uns in der Kardiologie“, erklärt PD Dr. Insa Emrich, Oberärztin der Klinik für Innere Medizin III. Aus ihrer Sicht ist die neue Zusammenarbeit die naheliegende Antwort auf eine geteilte Herausforderung. „Einige Ansätze sind allgemeingültig, andere fachspezifisch – es ist die logische Konsequenz, dass wir das alles noch stärker zusammenbringen“, so Emrich.

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Die Aussichten, die Risikofaktoren zu senken, gelten als gut. Grundlage bleibt ein bewusstes Essverhalten, ergänzt durch mehr Bewegung, weniger Stress und ausreichend Schlaf. Wo das nicht genügt, kommt die medikamentöse Behandlung ins Spiel, etwa bei hartnäckigem Bluthochdruck oder erhöhten Blutzucker- und Blutfettwerten. Was in der Theorie simpel klinge, sei in der Praxis oft eine echte Hürde, räumt Emrich ein.

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Genau hier soll das Board ansetzen. „Für den einen Patienten braucht es beispielsweise ein spezielles Konzept für die Ernährung, da helfen wir mit unserer Erfahrung. Bei der anderen Patientin ist der Bluthochdruck nicht so einfach in den Griff zu bekommen, da kommen unsere Kolleginnen und Kollegen der Kardiologie zum Zuge“, schildert Michel den Grundgedanken. Gemeinsam werde so die beste Strategie für jeden Einzelfall erarbeitet.

Das Angebot ist ambulant ausgerichtet. Betroffene können vorab durch externe Fachärztinnen und Fachärzte zugewiesen werden. Je nach Schwerpunkt der Erkrankung erfolgt die Zuweisung entweder an die Lipidambulanz der Klinik für Innere Medizin III unter der Nummer 0 68 41 / 16 – 1 53 84 oder an die hepatologische Ambulanz der Klinik für Innere Medizin II unter 0 68 41 / 16 – 1 59 77.

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