Der TV Homburg, Aufsteiger in die Dritte Bundesliga Südwest, ist in der neuen Liga angekommen. Nur acht Tage nach der bitteren 19:31-Auftaktniederlage in heimischer Halle gegen die TSG Münster hätte es am Samstag im ersten Auswärtsspiel bei Interaktiv Düsseldorf-Ratingen beinahe zum ersten Saisonsieg gereicht. Mit 30:29 lag der TV Homburg vorne, als Trainer Pedro Viera seine letzte Auszeit nahm. 32 Sekunden waren noch zu spielen, der TVH hatte Ballbesitz. Doch dann unterlief der Mannschaft ein technischer Fehler. Interaktiv nutzte die Chance und erzielte durch Jonas Perschke zwei Sekunden vor dem Abpfiff den Ausgleich zum 30:30.
Trainer Viera wusste zunächst nicht, ob er sich über den verpassten Sieg ärgern sollte. Am Ende überwog aber die Freude über den Punktgewinn und die deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zum Heimspiel gegen Münster. „Großartig, mit welcher Einstellung wir in diese Partie gegangen sind gegen Interaktiv Düsseldorf-Ratingen, die eine gute Mannschaft auf den Platz brachten.“ Kampf und Leidenschaft hätten bei seinen Spielern gestimmt. „Wir haben die richtige Reaktion nach der klaren Niederlage gegen Münster nun in Ratingen gezeigt.“ Sein Team habe das Spiel über weite Strecken kontrolliert und den Gegner nie wegziehen lassen. „Schade, mit etwas mehr Glück hätten wir das Spiel auch gewinnen können. Das wäre auch nicht unverdient gewesen“, so der Portugiese, der sich dennoch freute, dass der TV Homburg nun endgültig in der Dritten Liga angekommen sei.
Auch Patrick Grabenstätter, sportlicher Leiter der Handballabteilung, stimmte zu: „Nach dem ersten Spiel wurden schon viele Stimmen laut, dass wir in der Dritten Liga keine Chance hätten. Doch das Spiel am Samstag hat gezeigt, dass man mit uns rechnen muss – und dass Prognosen nach nur einer Partie viel zu früh kommen.“
Von Beginn an präsentierte sich der TV Homburg vor 300 Zuschauern in der Sporthalle an der Goethestraße hellwach. Jose Resende, am Ende mit sieben Treffern bester Schütze seines Teams, brachte die Saarländer gleich mit 1:0 in Führung. Es entwickelte sich ein Duell mit wechselnden Führungen, ehe Düsseldorf-Ratingen nach 17 Minuten durch Tjark Seher beim 11:9 erstmals mit zwei Toren in Front lag. Doch nur wenig später glich der ehemalige Interaktiv-Spieler Ante Grbavac wieder zum 11:11 aus. In der 22. Minute traf Stanko Sabiljic zum 15:12, der Gastgeber hatte nun etwas mehr vom Spiel. Robin Egelhof verkürzte auf 15:13, und in einer Auszeit stellte Viera seine Abwehr neu ein. Mit Erfolg: Egelhof und Marcel Szöllösi glichen in der 26. Minute zum 15:15 aus. Zur Pause stand es 18:18.
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie umkämpft. In der 36. Minute traf Valda zum 21:19, die Gäste führten erstmals mit zwei Toren. Düsseldorf-Ratingen hielt dagegen, kam mehrfach zurück, musste jedoch meist einem knappen Rückstand hinterherlaufen. In der 44. Minute lag der TVH mit 24:23 vorne. Jetzt witterte Homburg seine Chance – auch weil Torhüter Patrick Schulz, nach Einschätzung von Grabenstätter mit seiner bisher besten Leistung im TVH-Trikot, glänzend parierte. In der 48. Minute erzielte er sogar selbst ein Tor, als er den Ball ins leere Düsseldorfer Gehäuse zum 27:23 warf.
Doch die Partie blieb dramatisch. Fünf Minuten später war der Vorsprung dahin, Mark Szabo glich zum 28:28 aus. Noch sechseinhalb Minuten waren zu spielen. Luis Venedey brachte Düsseldorf mit 29:28 wieder in Führung. Resende verwandelte jedoch sicher seinen vierten Siebenmeter zum 29:29, ehe Schulz auf der Gegenseite einen Strafwurf von Elias Schulz parierte. Zwei Minuten vor dem Ende traf Valda zum 30:29 – doch kurz darauf kam es zur beschriebenen Schlussszene mit dem Ausgleich der Gastgeber.
Am kommenden Samstag empfängt der TV Homburg um 18.30 Uhr den TV Hochdorf-Friesenheim II. Dann hoffen die „Honigdachse“ auf den ersten Saisonsieg.
Interaktiv Düsseldorf-Ratingen – TV Homburg 30:30 (18:18)
TV Homburg: Tore: Patrick Schulz 1, Fabian Schommer – Feld: Jose Resende 7/4, Robin Egelhof 6, Jan Philipp Valda 6, Ante Grbavac 3, Peter Gohl 3, Marcel Szöllösi 2, Jan Ole Schimmel 1, Evaldo Almeida 1, Jose Baptista, Robin von Lauppert, Andreas Schneider, Niclas Ludolph, Konrad Wagner
Zeitstrafen: 2:4
Siebenmeter: 4/4
Zuschauer: 300




















