SPD-Wahlkreiskandidat Esra Limbacher, Landrat Theophil Gallo, Bürgermeister Michael Forster und die stellvertretende Ministerpräsidentin Anke Rehlinger zeigten sich über die Pläne zur besseren Visualisierung des Bärenzwingers erfreut. Bild: Bill Titze

Idyllisch liegt die Ruine des sogenannten Bärenzwingers im WaldPark Schloss Karlsberg. Einst konnten hier exotische Tiere von ausgewählten Besuchern betrachtet werden. Das wird zwar auch in Zukunft nicht möglich sein, doch die Stadt hat sich einiges einfallen lassen, um das Areal aufzuwerten. Die Pläne wurden nun im Beisein der stellvertretenden Ministerpräsidentin Anke Rehlinger vorgestellt.

Wer vom Waldparkplatz an der Käshofer Straße am Schwanenweiher vorbei den Karlsberg erklimmt, der kommt schon ein bald an einen wunderbar verwunschenen Ort. Kreisrund ist das von sattgrünem Gras bewachsene Gebilde, von dessen einstiger Pracht nicht mehr viel zu sehen ist. Bärenzwinger heißt das Ensemble mit seinem Wassergraben und den größtenteils nur noch in den Fundamenten vorhandenen Häusschen.

Angelegt im 18. Jahrhundert auf Befehl des Herzogs Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken, waren hier einmal exotische Tiere zu bewundern. Bärenzwinger wird dieser Teil des Karlsberg-Schlosses genannt, das bekanntermaßen in der Französischen Revolution von den Franzosen zerstört wurde. Auch der Bärenzwinger fiel der Zeit zum Opfer. Doch nun soll die Pracht des Zwingers zumindest andeutungsweise wiederhergestellt werden.

„Visualisierung“ ist angesagt. Das heißt: Originalgetreu aufgebaut wird hier ab Frühjahr eher weniger. Vielmehr sollen die Besucher durch bestimmte Maßnahmen einen besseren Eindruck davon bekommen, wie es einst hier aussah. „Im Vordergrund steht die fachgerechte Sanierung“, erklärte der für die Planung zuständige Roland Ecker von der Stadt. „Beim Wassergraben geht es zum Beispiel darum, das Bestandsmauerwerk mit Cortenstahl zu schützen.“ Auch die Ringumfassung soll mit diesem Stahl stabilisiert werden. Darüber hinaus soll unter anderem der Hauptzugang mithilfe einer bestimmten Anordnung von Bauteilen wieder erlebbar gemacht werden. Eine nicht begehbare Spindeltreppe, die so auch vor zweihundert Jahren an Ort und Stelle stand, soll das Ensemble abrunden.

So soll es am Bärenzwinger in rund zwei Jahren aussehen. Bild: Bill Titze

Kostenpunkt des Projekts: 351.000 Euro. Für eine finanziell klamme Kommune wie die Stadt Homburg kaum leistbar. Und so ist es denn auch das Land, das mit rund 300.000 Euro den Löwenanteil beisteuert. „Der Zuschuss des Landes ist natürlich ein Segen, weil die Stadt dieses wichtige touristische, aber auch historische Projekt sonst so nie gemacht hätte“, richtete Bürgermeister Michael Forster seinen Dank an die stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger, die auf ihrer Sommertour dem Bärenzwinger einen Besuch abstattete.

Rehlinger zeigte sich wiederum erfreut über den Ansatz der Verantwortlichen. „Das passt hier perfekt in unsere touristische Konzeption, Natur und Kultur verstärkt zusammen zu bringen. Da steckt einiges an Potential drin.“ Bis jedoch gestartet wird, dauert es noch einige Monate. Baubeginn soll im Mai 2022 sein, für das Jahr 2023 ist die Fertigstellung geplant. Ab dann können sich Touristen und Einheimische die damalige Pracht vielleicht noch besser vorstellen. Zumindest Landrat Theophil Gallo ist überzeugt davon. „Es reicht glaube ich schon, dass man das Ganze mit dem Cortenstahl andeutet. Dann hat man schon eine Vorstellung davon, wie es früher ausgesehen hat.“

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