Wer Bewegungstherapie nicht nur lernen, sondern verstehen will, findet in Homburg ab dem Wintersemester 2025/26 ein außergewöhnliches Angebot: Die klassische Ausbildung zur Physiotherapeutin bzw. zum Physiotherapeuten lässt sich hier künftig mit einem wissenschaftlich fundierten Studium kombinieren – direkt am Campus des Universitätsklinikums des Saarlandes (UKS).
Möglich macht das ein neuer dualer Studiengang der Universität des Saarlandes (UdS), der Theorie und Praxis eng verzahnt und gezielt auf den wachsenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften im Gesundheitswesen reagiert. Das Besondere daran: Der Studiengang ist einer der ersten seiner Art an einer deutschen Universität – und verbindet die Ausbildung mit einem international anerkannten Bachelor-Abschluss.
Das Modell sieht vor, dass Auszubildende ab dem zweiten Jahr parallel in das Studium einsteigen. Der Ablauf ist dabei genau getaktet: Die Theoriephasen an der Uni wechseln sich mit Praxisblöcken am UKS ab – zunächst tageweise, später im Hauptstudium im Verhältnis drei Tage Studium zu zwei Tagen Praxis. Nach bestandener staatlicher Prüfung erfolgt der Übergang in die universitäre Vertiefung, an deren Ende der „Bachelor of Science“ in Physiotherapie steht. Für die Auszubildenden bietet das gleich mehrere Vorteile: Sie erhalten bereits während der Ausbildung eine monatliche Vergütung von rund 1.130 Euro – und haben zugleich beste Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt.
Der neue Studiengang zielt bewusst auf Vernetzung: „An der Universität des Saarlandes haben wir die einmalige Gelegenheit, die Inhalte der Physiotherapie mit der Medizin, Ernährungswissenschaft, Diätetik und Sportmedizin zu verknüpfen“, sagt Prof. Dr. Stefan Landgraeber, Direktor der Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie am UKS und Studiengangsleiter. Konkret heißt das: Physiotherapie-Studierende nehmen an Grundkursen der Humanmedizin teil, tauschen sich mit Studierenden aus verwandten Disziplinen aus und lernen, komplexe Krankheitsbilder im Zusammenhang zu erfassen.
Ein besonderer Fokus liegt auf Themen wie E-Health, Digitalisierung im Gesundheitswesen, Altersforschung sowie Sportphysiotherapie und Athletiktraining. Auch betriebswirtschaftliche Grundlagen, Gesundheitswissenschaften und Präventionsmedizin gehören zum Curriculum – ergänzt um sozialwissenschaftliche Inhalte aus Pädagogik, Soziologie und Psychologie.
Früh rein in die Praxis
Bereits ab dem ersten Ausbildungsjahr beginnt die Arbeit mit Patientenkontakt – unter Anleitung und in enger Kooperation mit verschiedenen Fachabteilungen des UKS, darunter Chirurgie, Orthopädie, Innere Medizin, Neurologie, Pädiatrie, Psychiatrie und Gynäkologie. Damit wird nicht nur das medizinische Fachwissen vertieft, sondern auch die soziale Kompetenz geschult – eine wichtige Voraussetzung für einen Beruf, bei dem der Mensch stets im Mittelpunkt steht.
Ein Beruf mit gesellschaftlicher Relevanz
Physiotherapie ist weit mehr als nur Krankengymnastik. Es geht um Prävention und Rehabilitation gleichermaßen. Ziel ist es, Bewegungsfunktionen zu erhalten oder wiederherzustellen, Schmerzen zu lindern und die Selbstständigkeit im Alltag zu fördern. Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten können maßgeblich dazu beitragen, Operationen zu vermeiden, Heilungsverläufe zu verbessern und Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern. Ihre Arbeit wirkt sich direkt auf die Lebensqualität vieler Menschen aus – ob im Kindesalter, nach Unfällen oder im höheren Lebensalter.

Foto: Laura Glücklich/ UKS
Der Einstieg in das duale Studium beginnt mit einem Jahr klassischer Ausbildung. Bewerbungen dafür sind ganzjährig möglich – direkt an der Schule für Physiotherapie des UKS im Schulzentrum Homburg (Gebäude 53/54). Die Ausbildung startet jeweils zum 1. Oktober. Übrigens: Wer über die Fachhochschulreife verfügt, kann weiterhin ein duales Studium bei den langjährigen Partnerhochschulen in Mainz und Trier aufnehmen.
Weitere Informationen gibt’s online unter:
www.uni-saarland.de/physiotherapie.html


















