Aber auch außerhalb der Wälder scheint die Situation nicht allzu gut zu sein. Spezialisten für offene Landschaften wie der Zwergbläuling fliegen in den Natura 2000-Gebieten keineswegs öfter. „Die Gründe dafür haben wir noch nicht untersucht, wir haben aber einen dringenden Verdacht“, erklärt Martin Musche: Anscheinend geht es dem Grünland und anderen offenen Lebensräumen in den Natura 2000-Gebieten nicht allzu gut. So werden trockene Wiesen mit wenig Nährstoffen vielerorts häufig von Büschen überwuchert – und die Spezialisten unter den Schmetterlingen verlieren ihre Lebensgrundlage.

Andere Wiesen werden zum Beispiel gedüngt und dann – statt ein- oder zweimal – häufiger im Jahr gemäht. Das aber verschlechtert die Bedingungen für viele Schmetterlinge enorm. „Anderen Insekten, die wir noch nicht untersucht haben, könnte es durchaus ähnlich gehen“, erklärt Martin Musche. Werden neue Schutzgebiete ausgewiesen oder wird ein Managementplan für bestehende entwickelt, sollten daher die bisher vernachlässigten Insekten viel besser als bisher beachtet werden. Eine Forderung, die sowohl für die laufende Reform der europäischen Agrarpolitik (GAP) als auch die Formulierung von Zielen der Biodiversitätskonvention (CBD) für die Zeit nach 2020 von Bedeutung sind, um den anhaltenden Insektenschwund zu mildern.

Originalpublikation: www.doi.org

 

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