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Die Pegel an Rhein und Donau sinken auf historische Tiefstände – und mit ihnen wächst der Druck auf die deutsche Binnenschifffahrt. Bund und Länder haben deshalb am 12. August ihre Kräfte gebündelt, um Lieferketten und Produktionsprozesse auch bei anhaltend niedrigen Wasserständen abzusichern. Im Zentrum steht die Frage, wie sich Fracht, die sonst über das Wasser rollt, kurzfristig auf Straße und Schiene umleiten lässt.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger dankte den Ländern für den Schulterschluss und machte zugleich klar, dass keine schnelle Entspannung in Sicht sei. „Die nächsten Wochen werden anspruchsvoll. Die Wasserstände an Rhein und Donau bleiben vorerst sehr niedrig“, sagte er. Man habe bereits reagiert – mit Ausnahmen beim Lkw-Fahrverbot, zusätzlichen Kapazitäten auf der Schiene und flexibleren Umschlagsmöglichkeiten. Sein Fazit: „Wir wollen jetzt gemeinsam mit sicheren Lieferketten durch diese Niedrigwasserphase kommen – und beim nächsten Mal noch besser vorbereitet sein.“

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Besonders drastisch fällt die Bilanz in Bayern aus. Christian Bernreiter, Landesverkehrsminister und Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz, sprach von einer Binnenschifffahrt, die „quasi nicht mehr möglich“ sei. Sorge bereiten ihm die historisch niedrigen Pegel, weshalb er auf einen entschlossenen Ausbau der Donau und flussbauliche Maßnahmen zur besseren Abladetiefe drängt. Noch, so betonte er, gebe es keine Lieferengpässe – doch die Lage müsse genau beobachtet werden. „Die Produktion muss weiterlaufen, Wirtschaft und Landwirtschaft sind auf funktionierende Transporte angewiesen.“

Konkret setzen Bund und Länder an mehreren Stellschrauben an. Mehrere Länder haben das Sonn- und Feiertagsfahrverbot vorübergehend gelockert, weitere sollen folgen. Bei Transporten bis 44 Tonnen wird geprüft, ob das Kriterium der Unteilbarkeit ausgesetzt werden kann, um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen. Parallel koordiniert die Autobahn GmbH ihre Baustellen so, dass Ausweichverkehre möglichst wenig ausgebremst werden.

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Auch die Schiene übernimmt einen Teil der Last. Die DB InfraGO stellt zusätzliche Trassen auf der rheinparallelen Hauptachse bereit und richtet einen zentralen Ansprechpartner für niedrigwasserbedingte Zusatzverkehre ein. Für vom Bund geförderte Umschlaganlagen wurden die Vorgaben bis zum 30. September 2026 flexibilisiert, sodass dort etwa auch Schüttgüter umgeschlagen werden können. Zwischen den ARA-Häfen Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen und dem Ruhrgebiet dient der Dortmund-Ems-Kanal als Ausweichroute, für die ein Krisenstab eingerichtet wurde.

Über die akute Krisenbewältigung hinaus verfolgt das Bundesverkehrsministerium eine langfristige Strategie. Seit dem Extremniedrigwasser 2018 arbeitet der Aktionsplan „Niedrigwasser Rhein“ daran, die Folgen solcher Ereignisse abzufedern. Verbesserte Vorhersagen gehören ebenso dazu wie das seit Juli 2026 verfügbare Informationssystem NIWIS, das erstmals ein bundesweit einheitliches Lagebild liefert. „Resilienz entsteht nicht über Nacht“, mahnte Bilger.

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Eine Schlüsselrolle spielt die bessere Befahrbarkeit der Wasserstraßen. Am Mittelrhein zwischen Mainz und St. Goar wird die Abladeoptimierung mit hoher Priorität vorangetrieben, am Niederrhein konnte mit dem Teilabschnitt Bockum-Krefeld im Juli 2026 bereits ein erster Bauabschnitt abgeschlossen werden. Für den Donauausbau stellt der Bund 750 Millionen Euro bereit. Ergänzend soll das Förderprogramm für den niedrigwasseroptimierten Umbau von Binnenschiffen fortgesetzt werden – die Finanzierung will Bilger in die Beratungen zum Bundeshaushalt 2027 einbringen.

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