Der Obst- und Gartenbauverein Höchen hat seinen Vorstand im Amt bestätigt und wichtige Zukunftsweichen gestellt. - Foto: Rosemarie Kappler

Sichtbar und auch symbolisch arbeitet der Obst- und Gartenbauverein Höchen an seiner Zukunft und damit auch am Fortbestand der Kulturlandschaft rund um den Ortsteil. Bei der letzten Mitgliederversammlung erinnerte Vorsitzender Thomas Hares daran, dass mit einem Euro Beitrag im Monat viel geholfen sei und dass man die Zielmarke „200 Mitglieder“ weiterhin im Auge habe. Zurzeit sind es 122 Mitglieder.

Was künftig das Bewusstsein der Bürger für die Arbeit des Obst- und Gartenbauvereines sicherlich schärfen wird ist das neue Projekt Streuobstwiese. Hares informierte die Versammlung darüber, dass ein Vereinsmitglied eine 5.100 Quadratmeter große Wiese in der Römerstraße zum Kauf angeboten und auch ein Wegerecht eingeräumt habe. Nach dem Erwerb sollen hier Hochstamm-Obstbäume gepflanzt werden. Die Kosten für die Bäume werden vom Bundesumweltministerium übernommen, das die Anlage von Streuobstwiesen fördert. Der Grundstückserwerb geht zu Lasten des Vereines. Der Kauf hat aber auch noch einen pragmatischen Hintergrund: Um das Brennrecht weiterhin behalten zu können, ist der Nachweis bestimmter Flächengrößen notwendig. Das wurde vom Vorstand mit diesem Schritt sichergestellt. Man wolle die Bäume mit genügend Abstand pflanzen, damit die Wiesenpflege auch mit großem Mähgerät möglich wird, führte Hares weiter aus und kleidete das Wunschziel in diese Worte: „Die Streuobstwiese soll Teil des Ortes werden und nicht bloß ein Projekt des Obst- und Gartenbauvereins.“

Das war die deutliche Einladung an die Bürgerschaft, sich in Sachen Streuobstwiese passiv wie auch aktiv einzubringen, wobei das ‚passiv‘ die Schaffung eines Bewusstseins für die Naturzusammenhänge betrifft. Ortsvorsteherin Eva-Maria Scherer war sichtlich angetan von dem Projekt und lud den Obst- und Gartenbauverein dazu ein, sich am 11. Mai mit dem Projekt einzubringen in die Ortsbegehung im Rahmen des Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“. Scherer, die gleichzeitig Vorsitzende des Fördervereins „Unser Höchen“ ist, bekam vom Obst- und Gartenbauverein umgekehrt als ‚Arbeitsauftrag‘ die Prüfung um Bezuschussung einer Infotafel für die Streuobstwiese mit auf den Weg.

Über das Geschehen in den letzten beiden Jahren informierten die Vorstandsmitglieder Frank-Michael Hau und Karl-Heinz Weckler. In seiner Funktion als Schatzmeister nannte Hau die wesentlichen Ausgaben: Beschaffung neuer Edelstahltanks für die Mosterei, Heizöleinkauf, Sanierung des Schornsteins im Vereinshaus und ein neuer Ölbrenner. Die hohen Ausgaben konnten aber weitgehend über die guten Einnahmen ausgeglichen werden. Mit Blick auf die steigenden Materialkosten riet Hau zum Vorratskauf der sogenannten Bag-in-Box-Behältnisse für die Obstsäfte. Was den Saft betraf bot Karl-Heinz Weckler einen Überblick über die Produktion in der Süßmosterei in den letzten beiden Jahren. 2020 wurden dort an neun Press- und Abfülltagen 7.365 Liter Apfelsaft gewonnen und an zwei weiteren Arbeitstagen erstmals auch Birnensaft in einer Menge von 1113 Litern. Dass aus einem Zentner Äpfel und einem Zentner Birnen jeweils die gleiche Saftmenge resultiert, habe alle ziemlich überrascht. 2021 hatte es dann leider keine Birnen gegeben und die Apfelernte ging deutlich zurück. Aufgrund der mäßigen Ernte erfolgte auch die Anlieferung des Obstes nur schleppend. Am Ende wurden in 86 von den Mitgliedern erbrachten Arbeitsstunden an vier Einsatztagen 105 Zentner Äpfel in 2.900 Liter Saft verwandelt. Positiv, so Weckler, habe sich hier die Beschaffung der neuen Edelstahltanks mit ihrem größeren Fassungsvermögen ausgewirkt. „Das ermöglichte uns das Pressen und Abfüllen parallel durchzuführen. Damit konnten die Arbeitsstunden gesenkt und die Wirtschaftlichkeit erhöht werden“, so Weckler.

Für Brennmeister Günther Paulini hatte es indes in den letzten Jahren eher wenig zu tun gegeben. „An der Brennereifront war es sehr ruhig und überschaubar weil nur wenige Leute ihre Maische brachten“, so Hares. Bei den Neuwahlen wurden die beiden Vorsitzenden Thomas Hares und Tim-Lukas Sorg, Schatzmeister Frank-Michael Hau, Mosterei-Leiter Karl-Heinz Weckler, Brennmeister Günther Paulini und Schriftführer Jan Hornberger als Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Gleiches galt auch für Kassenprüfer Heiner Scherer. Als neuen Funktionsträger wählte die Versammlung Julian Keuten als zweiten Kassenprüfer. Als insgesamt neues Vereinsmitglied bewährte er sich gleich als Versammlungsleiter für die Dauer der Neuwahlen.

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