Freuen sich über die interkommunale Umsetzung des Modellprojekts zur solaren Kreislaufwirtschaft: Landrat Theophil Gallo, GEW-Leiter Prof. Franz Heinrich und Homburgs Bürgermeister Michael Forster (v.l.n.r.). Bild: Bill Titze
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Wo kann ich am besten Energie einsparen? Angesichts der steigenden Preise für Heizung oder Strom fragen sich das nicht wenige private Verbraucher. Auch in der Verwaltung spielt das Thema eine wichtige Rolle. Da kommt es gerade recht, dass der Saarpfalz-Kreis und die Stadt Homburg nun eine gemeinsame Leitstelle nutzen können, die den Energieverbrauch von 51 Gebäudekomplexen überwacht und regelt.

Durch eine interkommunale Zusammenarbeit Ressourcen sparen – das ist für viele finanzschwache Städte und Gemeinden ein wichtiges Anliegen. Meist sind damit personelle oder finanzielle Kräfte gemeint. So natürlich auch bei einem 3,7 Millionen Euro schweren Modellprojekt, das der Saarpfalz-Kreis und die Stadt vor rund fünf Jahren angegangen sind. Doch geht es bei diesem Projekt um viel mehr als: Es soll nämlich helfen, Energie zu sparen und so einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

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Um dieses Ziel zu erreichen, hat die eigens dafür gegründete GEW-Management GmbH ein Energie- und Wassermanagement für 51 Gebäudekomplexe von Kreis und Stadt aufgebaut. Konkret bedeutet das, dass im Forum eine Leitstelle eingerichtet wurde, die zu Beginn noch von drei Mitarbeitern im Tagesbetrieb besetzt wird. Schritt für Schritt soll der Kontrollbereich in den kommenden Monaten auf einen 24/7-Betrieb umgestellt werden. Dort laufen künftig alle Energiedaten aus den angeschlossenen Gebäuden zusammen.

„Das birgt ein enormes Potential, denn man kann punktgenau sehen, wo und wann welche Verbräuche sind“, freut sich Homburgs Bürgermeister Michael Forster. „So haben wir nun eine unmittelbare Steuerungs- und Kontrollmöglichkeit.“ Wenn zum Beispiel in Zukunft an einer Schule über das Wochenende die Heizung unnötig läuft, kann vom Forum aus eingegriffen werden. „Ich gehe davon aus, dass sich das positiv auf unseren Verbrauch auswirken wird“, so Forster.

Hintergrund ist natürlich nicht zuletzt die Bekämpfung des Klimawandels, für den das Projekt Vorschub leisten soll. Dabei soll die Leitstelle nur der Anfang sein, wenn es nach GEW-Leiter Prof. Franz Heinrich geht. Er hat mit seinen Mitarbeitern nicht nur das Kontrollzentrum aufgebaut, sondern auch ein Konzept erstellt, wie erneuerbare Energien in die Versorgung der betroffenen 51 Immobilien integriert werden können. So bestehe bei derzeit jährlich 20-25 Millionen Euro Betriebskosten ein Einsparpotential von rund 20% durch die Nutzung alternativer Energieträger. 3000 Tonnen CO2 könnten so pro Jahr eingespart werden, bei einem momentanen Ausstoß von 7500 Tonnen.

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„2020 hatten die Gebäude einen Stromverbrauch von 4000 Megawattstunden“, erläutert Heinrich. „Auf den Dächern könnten jedoch Photovoltaik-Anlagen mit einem Potential von 3000 Megawattstunden installiert werden. Der Stromverbrauch wäre also allein mit Sonnenenergie fast abzudecken.“ Neben solchen Potentialanalysen hat Heinrichs Team auch energetische Sanierungskonzepte für die einzelnen Gebäude erarbeitet. Eine solche Erneuerung ist aus Heinrichs Sicht in den nächsten Jahren unabdingbar. „Das mittlere Baujahr der Immobilien ist 1974, das heißt sie sind fast 50 Jahre alt. Es besteht daher ein Sanierungsstau von 70-80 Millionen Euro.“

Alle diese Ergebnisse sollen nun genutzt werden, um sie in Klimaschutzprogrammen verwerten zu können. Sowohl für den Kreis als auch die Stadt passt das derzeit gut ins Bild. Denn während die Stadt Homburg erst kürzlich einen Klimamanager eingestellt hat, soll der Kreistag demnächst ein Klimaschutzprogramm beschließen. „Für dieses Programm wurde durch die GEW viel Vorarbeit geleistet“, findet Landrat Theophil Gallo. „Es wurde ein Paket geschnürt, das wir jetzt auch umsetzen wollen.“

Von Seiten der GEW wartet man nun auf die Möglichkeit, einen Förderantrag zur Umsetzung des Programms stellen zu können. Dieser könne zeitnah entworfen werden. Bei einer Umstellung der derzeitigen Energieträger auf eine solare Kreislaufwirtschaft sei eine Erreichung der CO2-Ziele zu erreichen, ist sich Prof. Heinrich sicher. „Parallel dazu kann der Energieversorgungsgrad in Richtung 60 bis 70 Prozent gesteigert werden.“ Die neue Leitstelle soll bereits jetzt ihren Teil dazu beitragen.

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