Im Bliesener Schlangenthal ist seit dieser Woche ein neues Stück Infrastruktur sichtbar geworden: Eine moderne Brücke verbindet dort nicht nur zwei Ufer, sondern steht auch für ein umfangreiches Flurbereinigungsprojekt, das den ländlichen Raum rund um St. Wendel langfristig verändern soll. Am 3. Februar 2026 wurde das Bauwerk offiziell eingeweiht – mit politischer Prominenz und einem Förderbescheid in sechsstelliger Höhe.
Zur Eröffnung reiste die für die Entwicklung des ländlichen Raums zuständige saarländische Umweltministerin Petra Berg nach Bliesen. Gemeinsam mit dem St. Wendeler Bürgermeister Peter Klär und dem Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaft, Christian Feld, gab sie die Brücke „Im Schlangenthal“ frei. Der Neubau ist Teil eines laufenden Flurbereinigungsverfahrens, das die Region strukturell stärken soll. Berg überreichte bei dem Termin einen Scheck über 769.310,36 Euro, die aus Fördermitteln von Bund und Land stammen.
„Die Flurbereinigung ist ein wichtiges Mittel, um gleichwertige Lebensbedingungen in Stadt und Land herzustellen und die Zukunftsfähigkeit unserer Region zu sichern“, betonte Berg bei der Einweihung. In Bliesen lasse sich gut erkennen, wie moderne Flurbereinigung gedacht sei: „Hier in Bliesen sehen wir exemplarisch, was moderne Flurbereinigung leistet: Sie schafft eine bedarfsgerechte Infrastruktur für die Landwirtschaft und denkt dabei die Natur gleich mit. So schaffen wir durch eine spezielle Wasserführung Lebensräume für Amphibien und ein Nahrungsangebot für den Storch. Zu verdanken ist sie einer hervorragenden Zusammenarbeit zwischen Teilnehmergemeinschaft, Landes- und Kommunalverwaltung.“
Das Regelflurbereinigungsverfahren in Bliesen umfasst eine Fläche von 1.343 Hektar und betrifft 2.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Seit Beginn des Verfahrens wurden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um die land- und forstwirtschaftlichen Produktionsbedingungen zu verbessern und die Lebensqualität vor Ort zu erhöhen. Dazu gehört, der Zersplitterung von Flurstücken und damit verbundener Unwirtschaftlichkeit entgegenzuwirken, die Bodenqualität zu steigern und das Wegenetz zu optimieren. Gleichzeitig wird Wert auf eine vielfältige Landschaftsgestaltung gelegt. Für diese Vorhaben flossen seit Beginn der Maßnahmen knapp 5 Mio. Euro aus der „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) von Bund und Ländern nach Bliesen. Der Bund trägt dabei jeweils 60 Prozent der Zuwendungskosten, das Saarland 40 Prozent. Weitere Projekte sind bereits vorgesehen: Im Laufe des Jahres soll in der Gemarkung Bliesen das Brückenbauwerk 6, die sogenannte „Güdesweilerbrücke“, erneuert werden.
Die nun eröffnete Brücke, im Verfahren als Brückenbauwerk 2 geführt, verfügt über eine Fahrbahnbreite von 4 m und ersetzt eine ältere Straßenbrücke vollständig. Im Umfeld des Neubaus sind zusätzliche Maßnahmen für Natur- und Artenschutz vorgesehen. Entlang der Straße werden Bäume gepflanzt, das anfallende Oberflächenwasser wird in Mulden geleitet. Dadurch entstehen neue, für die Artenvielfalt wertvolle Lebensräume. Finanziert wird der Brückenbau überwiegend aus GAK-Mitteln: Das Umweltministerium übernimmt 769.310,36 Euro, also 80 Prozent der insgesamt 961.637,95 Euro veranschlagten zuwendungsfähigen Kosten. Davon stammen 461.586,22 Euro aus Bundesmitteln und 307.724,14 Euro aus dem Landeshaushalt. Die Stadt St. Wendel beteiligt sich mit einem Eigenanteil von 192.327,59 Euro.
Hinter der neuen Brücke steht damit ein komplexes Förder- und Planungsverfahren, das Landwirtschaft, Infrastruktur und Naturschutz zusammenführen soll. Bliesen ist eines der Beispiele im Saarland, wie Flurbereinigung über den reinen Wegebau hinausgeht und ländliche Räume strukturell neu ordnet. Die Verantwortlichen vor Ort und im Land setzen dabei auf eine Kombination aus baulichen Maßnahmen, finanzieller Unterstützung und ökologischen Verbesserungen, die schrittweise im gesamten Verfahrensgebiet umgesetzt werden.




















