In Berlin ist am 13. Februar ein Sicherheitsgipfel der Deutschen Bahn zusammengekommen, der die Stimmung im öffentlichen Verkehr deutlich widerspiegelt: Nach dem tödlichen Angriff auf einen Bahnmitarbeiter Anfang Februar stand die Frage im Raum, wie Fahrgäste und Beschäftigte in Zügen und Bahnhöfen besser geschützt werden können. Vertreter von Bund und Ländern, Gewerkschaften und Unternehmen der Verkehrsbranche suchten gemeinsam nach Antworten.
Ausgangspunkt des Treffens war die Tat, bei der ein Zugbegleiter der Deutschen Bahn tödlich verletzt wurde. „Gewalt gegen öffentliche Bedienstete ist leider keine Seltenheit mehr. Aber Sicherheit ist nicht verhandelbar. Der brutale und tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter Anfang Februar erschüttert mich nach wie vor tief und darf nicht ohne Konsequenzen bleiben“, sagte die saarländische Verkehrsministerin Petra Berg. Sie nahm in ihrer Funktion als Sprecherin der A-Länder der Verkehrsministerkonferenz an dem Sicherheitsgipfel teil.
Die Deutsche Bahn hatte zu dem Treffen eingeladen, um ein gemeinsames Vorgehen abzustimmen. Am Ende stand ein Aktionsplan, auf den sich alle Beteiligten verständigten. Kernpunkt ist, dass alle Beschäftigten der Deutschen Bahn mit direktem Kundenkontakt künftig mit Bodycams und weiterer Schutzausrüstung ausgestattet werden sollen. Außerdem will das Unternehmen zusätzliche Sicherheitskräfte an Bahnhöfen einsetzen, die Videoüberwachung ausweiten und Schulungsmaßnahmen für das Personal verstärken. Auch die Zusammenarbeit mit der Bundespolizei soll intensiviert werden.
Nicht nur die Bahn selbst, auch die Aufgabenträger im Schienenpersonennahverkehr geraten damit stärker in die Verantwortung. Die Länder sagten zu, flexible Modelle einer sicherheitsorientierten Personalpräsenz in Nahverkehrszügen zu unterstützen. Dazu zählen mehr Doppelbesetzungen von Zugbegleitern sowie kombinierte Teams aus Kundenbetreuern und Sicherheitskräften. Ziel ist, in den Zügen sichtbarer präsent zu sein und in kritischen Situationen schneller reagieren zu können.
Ministerin Berg betonte, dass es neben technischen und organisatorischen Maßnahmen auch um das gesellschaftliche Klima im öffentlichen Verkehr geht. „Wir brauchen außerdem eine gesellschaftliche Debatte darüber, wie Hass und Gewalt präventiv begegnet und mehr Respekt, Toleranz und ein besseres Miteinander erreicht werden können. Wir werden zeitnah im Saarland alle Akteure – Bundespolizei, Landespolizei, Verkehrsunternehmen, Gewerkschaften, Betriebsräte und Verbände – zusammenholen, um die heute vereinbarten Maßnahmen schnellstmöglich gemeinsam und entschlossen umzusetzen. Dazu gehört auch eine Kampagne für mehr Respekt und Miteinander im öffentlichen Personennahverkehr“, ergänzte Berg.
Mit dem Sicherheitsgipfel in Berlin ist damit ein Prozess angestoßen, der bundesweit Wirkung entfalten soll, aber auch konkrete Folgen für die Regionen hat. Für das Saarland kündigte Berg an, die dortigen Akteure rasch an einen Tisch zu bringen, um die Beschlüsse aus Berlin in die Praxis zu überführen. Der tödliche Angriff auf den Bahnmitarbeiter bleibt der traurige Anlass, vor dessen Hintergrund nun ein umfassendes Maßnahmenpaket für mehr Sicherheit und einen respektvolleren Umgang im öffentlichen Personennahverkehr auf den Weg gebracht wurde.


















