Foto: Johann Horras
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„Gradselääds!“ – unter diesem Motto versammelten sich Ende August rund 80 Gäste im Homburger Forum, um ein Vierteljahrhundert saarländischer Mundartpflege zu feiern. Der Mundartring Saar beging sein 25-jähriges Bestehen mit einem Abend, der zeigte, wie lebendig der Dialekt in der Region noch immer klingt.

Eingeladen hatten der Saarpfalz-Kreis und der Mundartring gemeinsam. Landrat Frank John übernahm als Schirmherr die Eröffnung und fand deutliche Worte für die Bedeutung des Anlasses. „Dialekte sind Ausdruck regionaler Identität und Tradition. Es ist wichtig, dass auch weiterhin in Dialekt gesprochen und geschrieben wird, damit uns diese Worte nicht verloren gehen“, betonte John. Der Mundartring leiste einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Dialektvielfalt im Saarland.

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Den inhaltlichen Auftakt gestaltete Jürgen Trouvain, einer der Sprecher des Vereins, mit einer Einführung in die Vielfalt der saarländischen Dialekte. Danach kamen die Autorinnen und Autoren selbst zu Wort: Relinde Niederländer aus Kirkel-Limbach, Volker C. Jacoby aus St. Ingbert und Stefan Klopp aus Bliesransbach lasen eigene Texte. Ergänzt wurde das Programm durch Beiträge von Heinrich Kraus, Eugen Motsch und Günter Hussong. Für die musikalische Untermalung sorgte Helga Dier, die an der Gitarre Mundartgedichte von Peter Stolz aus Heckendalheim vertonte.

Thematisch bewegte sich der Abend, um es im Dialekt zu sagen, „quer durch de Gaarde“. Die Texte handelten von den kleinen Herausforderungen des Alltags: vom Muttertag und vom Geburtstag, vom ewigen Griff zur vermeintlich kürzesten Schlange an der Supermarktkasse oder vom Gefühl, „mied, kabudd un läädisch“ zu sein. Auch das Dasein als Schulmeister, Liebeslieder und der schlichte Wunsch nach „e Päär“ fanden ihren Platz. Herausgekommen ist ein kurzweiliges, abwechslungsreiches Programm.

Der Mundartring Saar versteht sich als saarlandweiter Verein und bündelt zahlreiche Schreibende, die ihre Gedichte und Geschichten in rhein- und moselfränkischen Dialekten verfassen. Regelmäßig erscheinen die Texte in der „Mundartpost“, die viermal im Jahr herausgegeben wird. Vor 15 Jahren wurden die besten Beiträge erstmals in der Anthologie „Wäär gaggerd, muss ach lee’e“ gesammelt.

Damit endet die Feier jedoch nicht: Der Homburger Abend war nur eine Station einer größeren Jubiläumstour, die den Verein noch nach Ottweiler, Bosen, Merzig und Saarbrücken führt. Zum Höhepunkt des Jubiläumsjahres 2026 ist eine neue Anthologie geplant. Unter dem Titel „Gradselääds!“ soll sie gegen Jahresende erscheinen und 120 ausgewählte Texte von 60 Verfasserinnen und Verfassern versammeln.

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