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Die Sorge um eine der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt wächst: Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) hat angesichts möglicher Verminungsversuche in der Straße von Hormus eindringlich vor den Folgen für den globalen Handel gewarnt. BGA-Präsident Dr. Dirk Jandura machte am 12. März 2026 deutlich, wie verwundbar die internationalen Lieferketten an diesem Nadelöhr sind – und forderte schnelles Handeln der internationalen Gemeinschaft.

Durch die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman fließt ein erheblicher Anteil des weltweit verschifften Öls und Flüssiggases. Bereits der bloße Verdacht auf Seeminen reiche aus, um Energiepreise und Transportkosten in die Höhe zu treiben, warnte Jandura. „Jede Störung wirkt deshalb wie Sand im Getriebe der globalen Wirtschaft“, sagte der Verbandspräsident. Freie und sichere Seewege seien die Grundvoraussetzung für offenen Handel. Sollten tatsächlich Minen in der Meerenge liegen, müssten diese schnellstmöglich geräumt werden.

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Jandura richtete dabei einen klaren Appell an die Politik: Die internationale Handelsschifffahrt dürfe nicht zum Spielball geopolitischer Konflikte werden. Maßnahmen, die den Schutz ziviler Frachtschiffe und die Offenhaltung zentraler Seehandelsrouten sicherstellen, seien grundsätzlich zu begrüßen. In besonders angespannten Lagen könne dazu auch ein defensiver militärischer Schutz gehören – entscheidend sei allerdings, dass solche Einsätze klar auf die Wahrung der Schifffahrtsfreiheit ausgerichtet blieben.

Mit Blick auf eine mögliche Rolle der deutschen Marine ging der BGA-Präsident noch einen Schritt weiter. Eine Beteiligung der Bundesmarine an internationalen Schutz- oder Begleitmissionen sei aus Sicht des Verbandes denkbar, sofern ein internationales oder europäisches Mandat vorliege und die Einsätze völkerrechtlich eindeutig legitimiert seien. Militärische Sicherungsmaßnahmen könnten kurzfristig Stabilität schaffen, betonte Jandura.

Gleichzeitig machte er jedoch deutlich, dass bewaffneter Geleitschutz allein keine dauerhafte Lösung bieten könne. „Dauerhafte Sicherheit für Handel und Energieversorgung entsteht jedoch nur durch diplomatische Deeskalation und durch eine breitere Aufstellung unserer Energie- und Transportwege“, so Jandura abschließend. Der Verband plädiert damit für eine doppelte Strategie: kurzfristigen Schutz der Handelsrouten bei gleichzeitiger Diversifizierung der Versorgungswege, um die Abhängigkeit von einzelnen neuralgischen Engpässen wie der Straße von Hormus langfristig zu verringern.

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Die aktuelle Lage in der Golfregion dürfte damit nicht nur sicherheitspolitisch, sondern auch wirtschaftspolitisch weiter an Brisanz gewinnen. Für den deutschen Außenhandel, der in hohem Maße auf funktionierende Seewege angewiesen ist, steht viel auf dem Spiel. Der BGA als Spitzenverband des deutschen Groß- und Außenhandels vertritt nach eigenen Angaben rund 125.000 Unternehmen mit etwa 1,9 Millionen Beschäftigten – Firmen, die unmittelbar von stabilen globalen Handelsströmen abhängen.

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