Im Saarland wird trotz steigender Nutzerzahlen weiterhin vergleichsweise wenig Rad gefahren. Laut der bundesweiten Studie „Mobilität in Deutschland 2023“ (MiD) ist das Land beim Radverkehr sogar Schlusslicht unter allen Bundesländern. Nach Ansicht des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) muss die Landesregierung deshalb endlich den Radverkehrsplan Saarland vorlegen, an dem seit 2021 gearbeitet wird. Das Mobilitätsministerium hatte angekündigt, den Plan bis Jahresende zu veröffentlichen.
Der ADFC betont jedoch, dass dies nur ein erster Schritt sein könne. Anschließend müsse es rasch an die Umsetzung gehen – und dabei seien auch die Kommunen in der Verantwortung. Landes- und Gemeindeebene müssten bei der Radverkehrsförderung enger zusammenarbeiten. „Was hilft es, wenn das Land einen schönen Radweg bis an die Ortsgrenze baut, und die Radfahrenden dann anschließend sich selbst überlassen sind?“, fragt Landesvorsitzender Thomas Fläschner.
Seine Kollegin Ute Kirchhoff ergänzt: „Umgekehrt werden oft kommunale Vorhaben von Landesseite aus gebremst oder gar blockiert.“ Für den ADFC ist klar: Nur ein gemeinsames Vorgehen kann zu einem durchgängigen Netz führen, das Radfahren im Saarland attraktiver macht.
Die MiD-Zahlen zeigen dabei deutliche Unterschiede innerhalb des Landes. Saarbrücken kommt inzwischen auf einen Radverkehrsanteil von sieben Prozent – Anfang der 1990er Jahre waren es noch zwei Prozent. „Natürlich ist der ADFC mit vielem noch unzufrieden, vor allem mit dem nach wie vor lückenhaften Radwegenetz, aber Saarbrücken ist eben eine der wenigen saarländischen Kommunen, in denen ernsthaft und beständig Radverkehrsförderung betrieben wird. Das zahlt sich aus, wie die Zahlen belegen“, so Fläschner.
Anders sieht es in den Landkreisen Merzig-Wadern, Neunkirchen und St. Wendel aus. Dort liegt der Anteil laut MiD bei nur ein bis zwei Prozent. „Erschreckend sei, dass Landkreise wie Merzig-Wadern, Neunkirchen und St. Wendel sehr schlecht abschnitten“, sagt Kirchhoff. Verwunderlich sei dies nicht, denn vielerorts finde Radwegebau kaum statt. Selbst bundesweit bewährte Maßnahmen wie die Freigabe von Einbahnstraßen in Gegenrichtung würden noch abgelehnt.
Für den ADFC ist die Richtung dennoch klar: Dort, wo Rad- und Fußverkehr konsequent gefördert würden, steige die Lebensqualität für alle. Dieses Ziel müsse endlich auch im Saarland entschlossen verfolgt werden.





















