Foto: FC 08 Homburg

Der FC 08 Homburg ist mit einem Sieg in die neue Regionalliga-Saison gestartet. Vor rund 1250 Zuschauern im Waldstadion drehten die Grün-Weißen am Samstag einen frühen Rückstand gegen die U23 des 1. FSV Mainz 05 und gewannen hochverdient mit 2:1. Zum ersten Mal seit der Saison 2022/23 steht damit wieder ein Dreier am ersten Spieltag. Noch wichtiger als das Ergebnis war allerdings die Art und Weise: Der FCH spielte mit Tempo, nahm die Zweikämpfe an und hielt die Intensität über 90 Minuten hoch.

Das war gerade nach dem 0:1 nicht selbstverständlich. Homburg war gut in die Partie gekommen, hatte früh Druck entwickelt und bereits nach drei Minuten durch Michael Heilig die erste Möglichkeit. Dann reichte Mainz praktisch der erste gefährliche Angriff zur Führung. Nach Ballverlust von Frederik Schumann eroberte Nick Cherny den Ball, Julian Derstroff nutzte mit all seiner Führung die Situation in der achten Minute konsequent zum 0:1.

Der Rückstand änderte zunächst wenig am Spiel. Der FCH blieb am Drücker, suchte immer wieder den Weg in die gegnerische Hälfte und zwang die Mainzer über weite Strecken tief in die Defensive. Gästetrainer Benjamin Hoffmann sprach nach dem Spiel davon, dass Homburg „losgelegt wie die Feuerwehr“ habe. Mainz habe in der ersten Halbzeit vor allem verteidigen müssen.

Ganz leicht machte es die junge Mainzer Mannschaft dem FCH allerdings nicht. Die Gäste verteidigten kompakt und brachten vor allem in der Offensive enorme Geschwindigkeit mit. Sobald sich Räume ergaben, ging es schnell. Homburg musste deshalb auch bei viel eigenem Ballbesitz darauf achten, nicht in einen Konter zu laufen.

Nach vorne blieb die Mannschaft von Roland Seitz trotzdem permanent gefährlich. Nicht jede Kombination fand den richtigen Abschluss, nicht jeder letzte Pass kam an. Mal warf sich noch ein Mainzer dazwischen, mal fehlten Zentimeter, mal war beim aufmerksamen Torhüter Lasse Babatz Endstation. Jacob Roden köpfte nach einer Çelik-Flanke knapp vorbei, ein Abschluss von Tim Steinmetz wurde geblockt und auch Armend Qenaj scheiterte vor der Pause an Babatz.

Was dem Spiel bis dahin fehlte, war eigentlich nur ein Homburger Tor. Seitz fühlte sich zur Halbzeit sogar an das Heimspiel gegen Mainz aus der vergangenen Saison erinnert, als der FCH ebenfalls einem frühen Rückstand hinterhergelaufen war. Diesmal blieb seine Mannschaft aber ruhig. „Wir waren wirklich positiv, weil wir einfach trotzdem ein gutes Spiel gemacht haben“, sagte der Trainer später. Die Ansage in der Kabine sei entsprechend einfach gewesen: „Weitermachen, weitermachen, wir werden uns belohnen.“

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Die Belohnung folgte sieben Minuten nach Wiederbeginn. Birkan Çelik wurde im Strafraum zu Fall gebracht und übernahm den fälligen Elfmeter selbst. Der Neuzugang blieb sicher und traf zum 1:1. Es war nicht nur sein erstes Pflichtspieltor für den FCH, sondern auch der Startschuss für eine zweite Halbzeit, in der Homburg weiter auf den Sieg drängte.

Auch Mainz blieb dabei gefährlich. Gerade die Geschwindigkeit der Gäste zwang die Homburger Defensive immer wieder zu konzentrierter Arbeit. Philipp Steinhart blockte etwa einen Abschluss von Mohamed Haidara. Insgesamt stand die Defensive aber stabil. Steinhart verwies nach der Partie darauf, dass gerade die eingespielte letzte Linie ein Vorteil sei: Die Abläufe seien bekannt, man wisse, „wie der andere sich verhält“.
In der 73. Minute folgte der zweite Strafstoß. Frederik Schumann wurde im Strafraum gefoult, erneut trat Çelik an – und erneut blieb er cool. 2:1 für den FCH.

Danach hätte Homburg die Partie eigentlich früher entscheiden müssen. Justin Petermann lief in der Schlussphase alleine auf Babatz zu, bekam den Ball aber nicht am Mainzer Schlussmann vorbei. In der Nachspielzeit hatte Marc Ehrhart die nächste große Gelegenheit, setzte seinen Abschluss jedoch über das Tor. Es waren genau jene Szenen, an denen sichtbar wurde, dass die Elf von Roland Seitz trotz des gelungenen Starts noch nicht fertig ist. In der Feinabstimmung fehlen hier und da noch die letzten Prozent, bei Entscheidungen im letzten Drittel manchmal noch die Selbstverständlichkeit oder der einfache Abschluss.

Noch deutlicher war allerdings etwas anderes zu sehen. Der FCH arbeitete. Über 90 Minuten. Es wurde angelaufen, nachgesetzt, zurückgesprintet und auch in der Nachspielzeit noch um Bälle gekämpft. Dass Seitz nach der Partie keinen einzelnen Spieler herausheben wollte, passte dazu. Er sprach von einer „guten, geschlossenen Mannschaftsleistung“ und verwies ausdrücklich auch auf die Spieler, die von der Bank kamen und ihre Aufgaben annahmen.

Auch Çelik, der mit seinen beiden Treffern natürlich im Mittelpunkt stand, stellte den kämpferischen Aspekt heraus. „Heute über 90 Minuten lang haben wir gekämpft“, sagte der 24-Jährige nach seinem gelungenen Pflichtspieldebüt. Der Sieg sei deshalb „ganz klar verdient“ gewesen. Genau das kam auch auf den Rängen an. Das Waldstadion honorierte Zweikämpfe, Laufarbeit und den Willen, die Partie nach dem frühen Rückstand noch zu drehen.

Ein perfekter Auftritt war es trotzdem nicht. Homburg hätte aus seiner Überlegenheit mehr Tore machen können, im letzten Drittel werden Abläufe noch sauberer werden müssen, in der Defensive fand sich dann doch ab und an eine Lücke für den Genger. Aber dieser erste Auftritt liefert einiges von dem, was man sich vor der Saison erhofft hatte: Tempo nach vorne, Konkurrenz innerhalb des Kaders und vor allem eine Mannschaft, die bereit ist, für ein Ergebnis zu arbeiten.

Die drei Punkte sind auch deshalb wertvoll, weil der Spielplan jetzt deutlich anspruchsvoller wird. Am kommenden Samstag geht es zum SGV Heilbronn-Freiberg, dem Vizemeister der vergangenen Saison. Eine Woche später wartet mit dem SV Sandhausen direkt der nächste große Titelfavorit. Zusammen mit Ulm gehören Freiberg und Sandhausen auf dem Papier zu den Mannschaften, die vor der Saison ganz oben erwartet werden.

Der FCH fährt damit nicht nur mit drei Punkten, sondern auch mit einem guten Gefühl zu den beiden schweren Auswärtsaufgaben. Ob dabei am Ende Punkte heraus springen, wird sich zeigen. Aber nach dem ersten Spiel lässt sich zumindest sagen: Es steckt einiges in der Mannschaft – und der erste Auftritt könnte Lust darauf machen, zu sehen, was daraus wird.

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