Ein einfacher Test kann im Ernstfall über den weiteren Lebensweg entscheiden – kostenlos, anonym und ohne bürokratische Hürden. Während der Saarländischen Testwoche vom 21. bis 25. September öffnen alle Gesundheitsämter im Land sowie die Aidshilfe Saar ihre Türen für alle, die Klarheit über ihren Gesundheitsstatus gewinnen möchten. Auch das Gesundheitsamt des Saarpfalz-Kreises in Homburg beteiligt sich und lenkt den Blick gezielt auf sein Beratungs- und Testangebot.
Die landesweite Aktion steht unter der Schirmherrschaft von Gesundheitsminister Dr. Magnus Jung. Untersucht wird auf HIV, Syphilis sowie Hepatitis B und C. Geschulte Fachkräfte nehmen sich Zeit, informieren ausführlich und beraten individuell. Wichtig für alle, die zögern: Das gesamte Angebot ist vertraulich, anonym und kostenfrei.
Ob ein Test sinnvoll ist, hängt von der jeweiligen Situation ab. Ein HIV-Test wird empfohlen, wenn ein Infektionsrisiko bestand und seit dem Kontakt mindestens sechs Wochen vergangen sind. Wer wechselnde Sexualkontakte hat, sollte sich regelmäßig auf Syphilis untersuchen lassen – denn anders als bei HIV bietet das Kondom hier keinen sicheren Schutz. Bei Hepatitis B und C klären die Fachkräfte im persönlichen Gespräch, ob eine Untersuchung ratsam ist. Dabei spielen Risikofaktoren und der Impfstatus eine Rolle.
Die Gründe für einen frühzeitigen HIV-Test sind gewichtig. Zwar ist die Infektion nach wie vor nicht heilbar, doch sie lässt sich heute gut mit Medikamenten behandeln. Wer die Diagnose rechtzeitig erhält, hat gute Aussichten auf eine normale Lebenserwartung und kann den Ausbruch von Aids sicher verhindern. Hinzu kommt: Unter einer funktionierenden Therapie ist das Virus nicht mehr übertragbar. Selbst wenn eine Infektion schon länger zurückliegt, bleibt der Test sinnvoll, da die Behandlung das Immunsystem oft auch in späteren Phasen stabilisieren kann.
Genau hier liegt das Problem, auf das die Fachleute aufmerksam machen wollen. „Leider werden immer noch ein Drittel der HIV-Infektionen erst festgestellt, wenn das Immunsystem schon fortgeschritten geschädigt ist. Je früher wir die Infektion feststellen, umso einfacher ist aber die Behandlung. Wenn man ein Risiko hatte, ist es deshalb sinnvoll einen HIV-Test zu machen“, betont Frank Kreutzer, Geschäftsführer der Aidshilfe Saar. Ergänzend rät er zu Tests auf weitere Geschlechtskrankheiten wie Syphilis, denn eine bestehende Infektion erhöht das Risiko deutlich, sich zusätzlich mit HIV anzustecken.
Wer das Angebot in Homburg nutzen möchte, findet das Gesundheitsamt des Saarpfalz-Kreises Am Forum 1. Geöffnet ist am Montag und Dienstag jeweils von 8 bis 14 Uhr, am Mittwoch von 8 bis 16.30 Uhr sowie am Donnerstag und Freitag von 8 bis 15.30 Uhr. Um eine vorherige Terminvereinbarung wird gebeten, telefonisch unter 06841 104-7242 oder per E-Mail an sozialer-dienst@saarpfalz-kreis.de.



















