Demokratie zum Anfassen – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Die Vorschulkinder der Kita „Im Schmelzerwald“ durften im Rathaus von St. Ingbert ihre Stimme abgeben. Nicht etwa für Parteien oder politische Programme, sondern für Elefant, Maus und Ente. Was nach einem harmlosen Kinderspiel klingt, war ein durchdacht inszenierter Einstieg in die Welt der kommunalen Selbstverwaltung.
Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer empfing die Gruppe gemeinsam mit Jörg Henschke vom Kinder- und Jugendbüro der Stadt. Die anfängliche Zurückhaltung der Kinder legte sich rasch, als der Austausch über die Aufgaben einer Stadtverwaltung in Gang kam. Spielerisch und altersgerecht erklärten Meyer und Henschke, was es bedeutet, wenn Menschen in einer Stadt gemeinsam Entscheidungen treffen – und warum es dafür feste Regeln braucht.
Der Höhepunkt des Vormittags war dann die eigens organisierte Wahl. Jedes Kind bekam einen Stimmzettel, auf dem drei Kandidaten zur Auswahl standen: „Der Elefant“, „Die Maus“ und „Die Ente“. Einzeln warfen die Kinder ihre Zettel in eine echte Wahlurne, bevor gemeinsam ausgezählt wurde. Das Ergebnis fiel knapp aus: Die Maus setzte sich mit sechs Stimmen durch, dicht gefolgt vom Elefanten mit fünf und der Ente mit vier Stimmen. Zwei Kinder enthielten sich – auch das gehört zur Demokratie.
Nach dem Wahlgang ging es weiter ins Bürgerservicecenter. Dort übernahm Mitarbeiterin Heike Klehr und führte die Gruppe durch ihren Arbeitsalltag. Sie zeigte den Kindern, wie Autokennzeichen entstempelt werden, wie Passbilder direkt vor Ort aufgenommen und digital verarbeitet werden und welche Aufgaben rund um Ausweise und andere Dokumente anfallen. All das erklärte sie so, dass auch Fünf- und Sechsjährige verstehen konnten, wofür das Rathaus eigentlich da ist.
Für die Vorschulkinder der Kita „Im Schmelzerwald“ war der Besuch weit mehr als ein Ausflug. Sie erlebten hautnah, wie Verwaltung funktioniert, durften selbst aktiv werden und nahmen jede Menge Eindrücke mit nach Hause. Dass Demokratie nicht erst bei Erwachsenen beginnt, sondern schon bei den Jüngsten verankert werden kann, machte dieser Vormittag im St. Ingberter Rathaus auf eindrückliche Weise deutlich.


















