Bild: Stephan Bonaventura

Am Wochenende stand Homburg im Mittelpunkt der bundesweiten Feuerwehr-Welt. Denn mit dem 22. Jugendfeuerwehrtag trafen sich über 400 junge Feuerwehrleute aus der ganzen Republik in der Stadt, um sich in Wettkämpfen zu messen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Für die hiesigen Verantwortlichen war die Veranstaltung ein voller Erfolg – mit einem Wermutstropfen.

Bild: Stephan Bonaventura

Hunderte junge Feuerwehrleute, bunte Fahnen und Wimpel sowie das historische Ambiente am Marktplatz – es war einfach ein toller Anblick an diesem wunderbaren Spätsommerabend in Homburg. Ein würdiger Rahmen für eines der größten Feuerwehr-Events der Republik: den Jugendfeuerwehrtag. Wobei der Singular im Grunde in die Irre führt, schließlich gab es über mehrere Tage hinweg ein dichtes Programm.

Los ging es mit der Eröffnungsfeier auf dem Marktplatz, der ordentlich gefüllt war. Nicht nur aufgrund der zahlreichen Zuschauer, sondern auch wegen der über 400 jungen Feuerwehrleute, die an der Veranstaltung teilnahmen. Bundesland nach Bundesland marschierten die Nachwuchskräfte ein, angefeuert durch den Präsidenten des saarländischen Landesfeuerwehrverbandes, Manfred Rippel, der zu allen Ländern einen kleinen Spruch auf Lager hatte. „Schön, dass ihr alle da seid und in unsere wunderschöne Kreisstadt gekommen seid“, begrüßte der Homburger die Gäste.

Manfred Rippel – Bild: Stephan Bonaventura

Die konnten über das Wochenende unter anderem an einem Kreativ-Wettbewerb teilnehmen und sich den Besuchern des Familienfestes im Stadtpark auf einer sogenannten Blaulichtmeile vorstellen. Höhepunkt waren jedoch die Deutschen Meisterschaften der Jugendfeuerwehren im Waldstadion, auf die die Teilnehmer bereits bei der Eröffnungsfeier eingestimmt wurden. „Ihr werdet zeigen, was in euch steckt und einen tollen Wettbewerb abliefern. Da bin ich mir sicher“, rief der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Karl-Heinz Banse den jungen Leuten zu. Banse dankte darüber hinaus den Verantwortlichen, die die Veranstaltung rund zwei Jahre vorbereitet hatten. Ein langer Zeitraum, vor allem deshalb, weil der Jugendfeuerwehrtag eigentlich schon im vergangenen Jahr in Homburg stattfinden sollte. Die Corona-Pandemie verhinderte das jedoch.

Bild: Christian Schäfer
Bild: Christian Schäfer

Umso größer war nun die Freude bei Chef-Organsisator Philipp Burgard, seines Zeichens Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Saarpfalz. „Wir haben hier das größte Event, dass es in Deutschland zum Thema Jugendfeuerwehr gibt. Für uns ist das ein Meilenstein.“ Ein Meilenstein, hinter dem viel Arbeit steckt. Da musste unter anderem die Strom- und Wasserversorgung sichergestellt, ein Bundesliga-Stadion fit für Feuerwehr-Wettkämpfe gemacht sowie die musikalische Begleitung organisiert werden. Die übernahm bei der Eröffnungsfeier übrigens die Kult-Band „Firma Holunder“, die den Marktplatz mit Party-Hits zum Kochen brachte.

Aber auch ernsthafte Töne gab es dort zu hören. Denn das diesjährige Thema der Veranstaltung „Kinder und Jugend in Europa“ scheint in Zeiten des Krieges aktueller denn je. So drückte der Bundesjugendleiter der Deutschen Jugendfeuerwehr, Christian Patzelt, einen Wunsch aus, der mit großem Applaus bedacht wurde. „Ich hoffe, dass wir zu friedlichen Zeiten zurückkehren und ihr viele Jahrzehnte in einem friedlichen Europa leben könnt.“ Auch der saarländische Innenminister Reinhold Jost ging in seiner Begrüßungsrede auf die Europa-Thematik ein. „Nirgendwo ist Europa so erfahrbar wie hier im Dreiländereck. Es ist für uns eine tolle Gelegenheit unsere Gastfreundschaft im Herzen Europas zu zeigen.“

Diese Gastfreundschaft konnten die jungen Feuerwehrleute aus Bayern, Berlin und Co. unter anderem bei den Wettkämpfen am Sonntagmorgen erleben. Im Waldstadion wurde dabei hochklassiges Feuerwehr-Handwerk gezeigt. Einziger Wermutstropfen: Saarländische Kräfte waren nicht am Start. „Es bedarf eben einer Gruppe, die sich auf entsprechendem Level ausreichend vorbereitet“, erklärte Chef-Organisator Burgard im HOMBURG1-Gespräch. Auch wenn die für den diesjährigen Jugendfeuerwehrtag nicht mobilisiert werden konnte, sieht Burgard für die saarländischen Kräfte keinesfalls schwarz. „Das Thema Jugendfeuerwehr funktioniert im Saarland insgesamt, da haben wir derzeit konstante Zahlen.“ Vielleicht reichen diese in den nächsten Jahren ja auch wieder für eine Teilnahme aus. Möglicherweise ist dann sogar der Sieg bei den Deutschen Meisterschaften drin. In diesem Jahr feierte diesen die Jugendfeuerwehr Osterwald-Unterende aus Niedersachen.

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