„Die Diskussion heute hat mich noch einmal bestärkt, unsere Forderungen sind richtig: 100 % Vorkasse bei der Flugbuchung ist nicht mehr zeitgemäß und benachteiligt die Verbraucherinnen und Verbraucher. Und da, wo Vorkasse geleistet wird, muss bei Reiseausfall eine schnelle und automatisierte Rückerstattung gewährleistet sein“, so das Fazit von Verbraucherschutzminister Reinhold Jost.  

Mit 3,5 Milliarden Euro gehen Verbraucherinnen und Verbraucher jedes Jahr allein für Flugtickets in Vorleistung. Fällt die Reise aus, haben sie einen Rückerstattungsanspruch. Doch die Erfahrungen haben gezeigt, dass das viele Monate dauern kann. Um über die Fragen eines Systemwechsels zu diskutieren, lud Jost Vertreter der Reisebranche und des Verbraucherschutzes zum digitalen Verbraucherforum ein. Teilnehmer  waren: Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband, und Jörg Franzen, Sprecher des Saarländischen Reiseverbands iG.

„Ich möchte keine völlige Abschaffung der Vorkasse-Regelung, aber eine gerechtere Verteilung der Lasten. Und dies soll nicht auf Kosten unserer Reisebüros umgesetzt werden“, machte Minister Jost deutlich, der die großen Reiseanbieter und Fluggesellschaften im Blick hat. Es gehe um einen fairen Interessenausgleich, eine gleichmäßigere Verteilung des Risikos, sagte der Verbraucherschutzminister in die Richtung von Jörg Franzen. Der Vertreter der saarländischen Reiseunternehmen wertete Josts Vorstoß denn auch als „prinzipiell guten Vorschlag“.

Die Forderung nach einer automatisierten Entschädigung bei Leistungsausfall ist nicht erst in Pandemiezeiten entstanden, sondern steht bereits seit Jahren (Bundesratsinitiative 2018) auf der Agenda des saarländischen Verbraucherschutzministers. Er wird auf der Verbraucherschutzministerkonferenz Anfang Mai einen neuen Vorstoß starten. Für Jost ist klar: Eine entsprechende Systemänderung in der Reisebranche wird sich nicht von heute auf morgen durchsetzen lassen. „Das ist ein Bohren dicker Bretter. Wir bleiben im Gespräch“, versprach er den Diskussionsteilnehmern.

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