Wenige Wochen vor dem sportlichen Großereignis des Jahres im Saarland rückt ein Thema in den Mittelpunkt, das weit über den Wettkampf hinausreicht: gelebte Inklusion im Bildungsalltag. Unter dem Titel „GemeinsamStark – inklusive Begegnungen“ trafen sich am vergangenen Freitag Kinder und Jugendliche, Lehr- und Fachkräfte sowie zahlreiche Kooperationspartner zu einer Fachtagung, die zugleich als Auftakt zu den Special Olympics Nationalen Spielen Saarland 2026 verstanden werden darf.
Im Zentrum standen Projekte aus Schulen und Kitas, die belegen, dass gemeinsames Lernen, Bewegung und Teilhabe keine pädagogischen Schlagworte bleiben müssen. Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot eröffnete die Veranstaltung mit einem klaren Bekenntnis: „Inklusion gelingt dort, wo Menschen sich begegnen, gemeinsam lernen, sich gegenseitig stärken und Vielfalt selbstverständlich wird.“ Die hohe Beteiligung mache Mut und zeige, „wie viel Begeisterung für ein inklusives Miteinander im Saarland steckt“.
Einen besonderen Akzent setzte die Prämierung des Kreativwettbewerbs „Gemeinsam Lernen, Gemeinsam Jubeln“, moderiert von Sportminister Reinhold Jost. Insgesamt zehn Schulklassen und Lerngruppen aus dem ganzen Saarland hatten Filme, Podcasts, Songs und Kunstwerke eingereicht – ein bunter Querschnitt jugendlichen Engagements. Der Hauptgewinn: Eintrittskarten zur Eröffnungsfeier der Nationalen Spiele im Ludwigsparkstadion, und zwar für die gesamte Klasse.
Jost würdigte die Bandbreite der Beiträge und ordnete sie in einen größeren gesellschaftlichen Kontext ein. „Die überwältigende Teilnahme und die vielen kreativen, durchdachten Ideen zeigen eindrucksvoll, wie groß das Engagement junger Menschen für ein starkes gesellschaftliches Miteinander ist.“ Es sei ein ermutigendes Zeichen, wenn sich junge Menschen dafür einsetzten, „dass niemand außen vor bleibt“ – gerade in Zeiten, in denen Ausgrenzung wieder häufiger zum politischen Mittel werde.
Den ersten Platz in der Kategorie Grundschule/Förderschule sicherte sich die Klasse 2b der Grundschule St. Josef Merzig mit einem Stop-Motion-Film, der die Werte der Special Olympics ins Bild setzt. Die Zweitklässlerinnen und Zweitklässler erzählen darin, wie unterschiedliche Stärken ineinandergreifen und warum man gemeinsam meist weiter kommt als allein. Die Ministerin überreichte die Auszeichnung persönlich. Zu den weiteren Gewinnerprojekten zählen ein inklusives Flag-Football-Projekt der Ruth-Schaumann-Schule Lebach und der Gemeinschaftsschule Gersheim sowie ein Inklusions-Podcast vom Wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasium und Saarland-Kolleg Saarbrücken.
Verantwortlich für die Organisation zeichnete der Bildungscampus Saarland. In Themenräumen, Kurzvorträgen und Mitmachangeboten aus Sport, Musik, Tanz und Bewegung wurde Inklusion nicht referiert, sondern unmittelbar erfahrbar. Ergänzend stellten Special Olympics, Unified Sports® und Young Athletes® ihre Formate vor. Dr. Anika Limburg, Direktorin des Bildungscampus, sieht darin mehr als ein Fachforum: „Was wir heute erlebt haben, ist mehr als eine Fachtagung – es ist ein Bild davon, wie Schule und Kita sein können.“ Inklusive Lernkultur sei „keine Utopie“, sondern werde täglich gelebt – kreativ, professionell und mit großem Engagement.
Die Special Olympics Nationalen Spiele gelten als das größte inklusive Multi-Sportevent für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung in Deutschland. Vom 15. bis 20. Juni werden rund 4.000 Athletinnen, Athleten und Unified-Partner im Saarland erwartet, die in mehr als 27 Sportarten gegeneinander antreten. Begleitet von tausenden Gästen sollen die Wettkämpfe ein sichtbares Zeichen für Teilhabe und ein selbstverständliches Miteinander setzen.

















