Während sich Homburg unter einer Hitzeglocke von bis zu 38 Grad duckte, fand drinnen ein Abend statt, dessen Thema kaum treffender hätte gewählt sein können. Rund 25 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung des Stadtverbandes Bündnis 90/Die Grünen ins Bistro 1680 am historischen Marktplatz gefolgt, um sich über die Verbindung von Klimawandel und Gesundheit zu informieren. Es war die zweite Veranstaltung der Reihe „Die Zukunft in Homburg gestalten!“ – und die Realität lieferte die passende Kulisse gleich frei Haus.
„Selten war eine Veranstaltung aktueller als an diesem Abend“, fassten die Sprecher des Stadtverbandes, Katrin Lauer und Andreas Filler, zusammen. Die drückende Schwüle vor der Tür habe deutlich gemacht, warum Klimaanpassung und Gesundheitsschutz inzwischen zu den zentralen kommunalen Aufgaben zählten. Kurzfristig absagen musste leider die Homburger Klimaschutzmanagerin Andrea Lippmann aus gesundheitlichen Gründen. Der Stadtverband wünschte ihr eine rasche und vollständige Genesung.
Den Auftakt setzte Anne-Lorraine Ring, ehemalige Klimaanpassungsmanagerin der Stadt Zweibrücken. Sie nahm das Publikum mit auf einen virtuellen Spaziergang durch die Nachbarstadt und zeigte anhand konkreter Projekte, mit welchen Mitteln sich der urbane Raum gegen Hitzewellen wappnen lässt. Dach- und Fassadenbegrünungen, neue Baumpflanzungen, öffentliche Trinkwasserbrunnen und entsiegelte Flächen – jede dieser Maßnahmen leistet einen Beitrag, damit Städte im Sommer atmen können. Besonders eindrücklich waren Wärmebildaufnahmen, die die teils dramatischen Temperaturunterschiede zwischen versiegelten Asphaltflächen und begrünten Zonen sichtbar machten.
Den Blick auf die heimische Stadt richtete Stadtratsmitglied Katrin Lauer. Sie skizzierte, welche Schritte Homburg bereits gegangen ist und welche Projekte in der Pipeline stehen. Hitzeschutz, mehr Stadtgrün, Entsiegelung und eine natürliche Wasserrückhaltung – so machte sie deutlich – sind längst keine Randthemen mehr, sondern tragende Säulen einer Stadtentwicklung, die zukunftsfähig sein will.
Die medizinische Perspektive steuerte die Homburger Allgemeinmedizinerin Andrea Oest bei. Hitze, so ihre klare Botschaft, gehöre schon heute zu den größten klimabedingten Gesundheitsrisiken. Besonders gefährdet seien ältere Menschen, chronisch Kranke, Kinder, Schwangere sowie alle, die im Freien arbeiten. Praktische Hinweise zum Schutz vor extremer Sonneneinstrahlung und UV-Belastung sowie zur Vorsorge bei Wetterextremen rundeten ihren Vortrag ab und machten den Abend für das Publikum greifbar.
In der anschließenden Diskussion zeigte sich, wie weit das Thema bereits in den Alltag eingesickert ist. Klimaanpassung wird nicht mehr als ferne Zukunftsfrage verhandelt, sondern als aktuelle Herausforderung, die Kommunen, Gesellschaft und jeden Einzelnen betrifft. Dass trotz der schweißtreibenden Temperaturen so viele Gäste den Weg ins Bistro 1680 gefunden hatten, werteten die Veranstalter als Beleg für ein wachsendes Bedürfnis nach konkreten, umsetzbaren Lösungen. Der Stadtverband bedankte sich bei den Referentinnen und allen Gästen für den engagierten Austausch und kündigte an, die Reihe fortzusetzen.

















