Im Job, beim Behördengang, im privaten Alltag: Der Digitalisierung in Deutschland fehlt aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger das nötige Tempo. Knapp drei Viertel der Bevölkerung – konkret 73 Prozent – wünschen sich, dass es schneller vorangeht. Das geht aus einer repräsentativen Erhebung hervor, die der Digitalverband Bitkom anlässlich des bundesweiten Digitaltags am 26. Juni 2026 veröffentlicht hat.
Die Zahlen zeigen einen deutlichen Stimmungswandel. 46 Prozent der Befragten halten das aktuelle Tempo für viel zu langsam, weitere 27 Prozent für eher zu langsam. Vor zwei Jahren lag dieser Wert noch bei 59 Prozent. Umgekehrt empfinden nur noch 13 Prozent das Voranschreiten der digitalen Transformation als zu schnell, 2024 waren es immerhin 22 Prozent. Lediglich jede oder jeder Zehnte hält das gegenwärtige Tempo für angemessen.
„Die Menschen in Deutschland werden allmählich ungeduldig, was die Digitalisierung angeht“, ordnet Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst die Ergebnisse ein. Politik und Wirtschaft sollten dies als „Ermutigung und Auftrag“ verstehen, die Transformation entschlossener voranzutreiben – und dabei niemanden zurückzulassen.
Denn dem Wunsch nach mehr Geschwindigkeit steht eine wachsende Verunsicherung gegenüber. 45 Prozent der Befragten geben an, sie sorgten sich, der technischen Entwicklung nicht folgen zu können. Besonders ausgeprägt ist diese Befürchtung in den älteren Altersgruppen. Während bei den 16- bis 29-Jährigen 35 Prozent zustimmen und bei den 30- bis 49-Jährigen 36 Prozent, steigt der Anteil bei den 50- bis 64-Jährigen auf 46 Prozent. Unter den 65- bis 74-Jährigen liegt er bei 53 Prozent, bei den Über-75-Jährigen sogar bei 67 Prozent.
Auch zwischen den Geschlechtern klafft eine Lücke: 49 Prozent der Frauen befürchten, technisch abgehängt zu werden, bei den Männern sind es 40 Prozent. Für Wintergerst ergibt sich daraus eine klare Anforderung: „Gute Digitalisierung nimmt alle Menschen mit. Sie muss verständlich und zugänglich sein – unabhängig von Alter, Bildung oder sozialem Status.“
Genau hier setzt der Digitaltag an, an dem sich Bitkom als Partner beteiligt. Am 26. Juni soll digitale Teilhabe bundesweit erlebbar werden – vor Ort, online und in hybriden Formaten. Auf dem Programm stehen Workshops, Beratungen, Führungen, Diskussionsrunden und Mitmachaktionen zu digitalen Technologien, Kompetenzen und Sicherheit. Getragen wird der Aktionstag von der Initiative „Digital für alle“, einem Bündnis aus 27 Organisationen aus Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Wohlfahrt und öffentlicher Hand.
Grundlage der Auswertung ist eine telefonische Befragung von Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands. Zwischen Kalenderwoche 15 und 19 des laufenden Jahres wurden 1.005 Personen ab 16 Jahren in Deutschland repräsentativ befragt. Eine Übersicht aller Aktionen findet sich auf der interaktiven Aktionslandkarte unter digitaltag.eu.





















