
Im Saarland war 2024 ein Jahr der Extreme: ungewöhnlich warm, außergewöhnlich nass und mit einem Pfingsthochwasser, das vielen noch präsent ist. Das geht aus dem jetzt vorliegenden hydrologischen Jahresbericht hervor, der den Zeitraum von 2024 bis April 2025 beleuchtet und die Wetter- und Wasserlage im Land detailliert auswertet.
Deutschlandweit war 2024 laut Deutschem Wetterdienst das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen im Jahr 1881. Auch im Saarland zeigt sich dieser Trend deutlich. Die durchschnittliche Jahrestemperatur lag bei 11,6 °C und damit um 0,8 °C über dem langjährigen Mittelwert von 10,8 °C. Besonders die Monate Februar, März und August stachen mit deutlich höheren Temperaturen im Vergleich zu früheren Jahren hervor. Insgesamt beschreibt der Bericht den Temperaturverlauf dennoch als ausgeglichenes und typisches Kalenderjahr.
Beim Niederschlag verzeichnete das Saarland dagegen ein Rekordjahr. 2024 wurden im Landesdurchschnitt 1216 mm Regen gemessen. Der langjährige Mittelwert von 1989 bis 2023 liegt bei 908 mm, sodass sich eine Abweichung von rund 300 mm ergibt. Seit Beginn der landeseigenen Niederschlagsaufzeichnungen im Jahr 1989 war kein Jahr so nass. Damit folgte auf das bereits sehr niederschlagsreiche Jahr 2023 ein weiteres außergewöhnlich nasses Jahr.
Die Folgen dieser Entwicklung zeigten sich in mehreren Starkregenereignissen. Besonders einschneidend war das Pfingsthochwasser im Mai 2024. Ausgelöst wurde es durch das kleinräumige und ortsfeste Tief „Katinka“, das über das Pfingstwochenende intensiven Dauerregen brachte. Landesweit kam es zu erheblichen Hochwasserereignissen an Fließgewässern. Feuerwehren und Rettungskräfte waren im gesamten Saarland im Dauereinsatz, insgesamt wurden weit über 4000 Einsätze registriert. In den Landkreisen St. Wendel und Neunkirchen sowie im Regionalverband Saarbrücken wurde zeitweise eine Großschadenslage festgestellt.
Infolge des 24-stündigen ununterbrochenen Regens erreichten zahlreiche Pegelstationen Höchstwasserstände seit Beginn ihrer Messungen. An einigen Messpunkten fiel innerhalb eines Tages das 1,5-Fache der sonst für den gesamten Monat erwarteten Regenmenge. Im Mai liegt die durchschnittliche monatliche Niederschlagssumme bei 71,2 mm. Am 17. Mai 2024 wurden in Baltersweiler 113,4 mm und in Quierschied-Fischbach 111,1 mm gemessen. Die niedrigsten Werte lagen in Thailen mit 52,6 mm und in Niederlosheim mit 55,7 mm.
Dem Extremereignis ging eine lange feuchte Phase voraus. Über den Winter 2023/2024 hinweg waren acht Monate durchgehend nass, die Böden entsprechend stark wassergesättigt. Eine Versickerung zusätzlicher Regenmengen war vielerorts kaum noch möglich. Besonders von Januar bis Mai sowie im September 2024 fielen die Monate sehr feucht aus. Die übrigen Monate des Jahres waren so ausgeglichen, dass kein Monat deutlich zu trocken war. Ein anderes Bild zeigt sich zu Beginn des Jahres 2025: Mit Ausnahme des Januars waren die ersten Monate sehr trocken. Vor allem der Februar mit weniger als 50 % und der März mit weniger als 80 % der üblichen Regenmenge blieben deutlich hinter den langjährigen Werten zurück.
Umweltministerin Petra Berg ordnet die Ergebnisse des Berichts ein. „Die Ergebnisse des hydrologischen Berichts machen einmal mehr deutlich, dass die Auswirkungen des sich verändernden Klimas auch im Saarland deutlich zu spüren sind und uns alle betreffen. Das hat das Pfingsthochwasser eindrücklich gezeigt“, sagte Berg. Weiter erklärte sie: „Wir müssen davon ausgehen, dass wir auch in den kommenden Jahren neue Rekorde bei Hitze oder Niederschlag erreichen. Deshalb ist es wichtig, rechtzeitig Vorsorge zu treffen und Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen.“
Der hydrologische Jahresbericht hat das Ziel, die meteorologische und hydrologische Lage im Saarland systematisch zu erfassen, zu analysieren und zu bewerten. Grundlage ist ein landeseigenes Messnetz, dessen Daten durch weitere Quellen ergänzt werden. Alle Informationen fließen in eine Datenbank ein, die laufend aktualisiert wird. Dieser Datenpool dient als Basis, um wasserwirtschaftliche Fragestellungen zu beurteilen und entsprechende Planungen im Land vorzunehmen. Der aktuelle Bericht für den Zeitraum 2024/2025 liegt nun vor und steht der Öffentlichkeit digital zur Verfügung.




















