Siebenpfeiffer-Führung Madame Wirth - Foto: Martin Baus / Siebenpfeiffer-Stiftung
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Ein ganz besonderer Stadtrundgang wartet auf alle Interessenten.

Wo der streitbare „Landcommissär“ Siebenpfeiffer seine letzte Nacht in Homburg zubrachte und – in Ketten gelegt – der Homburger Bevölkerung zur Schau gestellt wurde, wo Redakteur Wirth im Nachthemd und mit der Schlafmütze auf dem Kopf geballter staatlicher Polizeigewalt die Stirn bot, wo der widerspenstige protestantische Dekan Weber, nach höchstpersönlicher Einschätzung von Bayernkönig Ludwig I. „ein Wolf im Schafspelz“, seine immensen Weinvorräte lagerte und wie sich die Homburger Bürger zusammentaten, um vor just 192 Jahren mit Pferdefuhrwerken zum Hambacher Fest zu gelangen: Geschehnisse wie diese gehören mit zur Exkursion durch Homburg, zu dem am Donnerstag, 23. Mai, die Siebenpfeiffer-Stiftung einlädt.

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Der Stadtrundgang auf den Spuren der Demokratie– der Auftakt für die siebenteilige Reihe in diesem Jahr – gilt jenen Schauplätzen, an denen im Vorfeld des Hambacher Festes in den Jahren 1830 bis 1833 ein wichtiges Kapitel deutscher Demokratiegeschichte geschrieben wurde.

„Das Homburger Völkchen ist äußerst liberal“ schrieb Georg Fein, der Redakteur der „Deutschen Tribüne“ in Homburg, 1832 in einem Brief an seine Mutter in Wolfenbüttel. Feins Feststellung ist auch das Motto der Stadtführung. Die Tour zu den einschlägigen Schauplätzen der Ereignisse um Siebenpfeiffer und Wirth wird aber kein gewöhnlicher Rundgang von der Altstadt bis zum Rondell. Vielmehr erwartet die Teilnehmer eine inszenierte Kostümführung.

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Monika Link wird als „Regina Wirth“, also als Witwe von Johann Georg August Wirth, in zeitgenössischer Bekleidung Revue passieren lassen, was sie in ihrer stürmischen Homburger Zeit so alles erlebt hat – während ihr wagemutiger Gatte die meiste Zeit im Gefängnis einsaß. Stationen der von ihr geleiteten Exkursion durch die Stadt sind etwa das Terrain, auf dem sich einst Siebenpfeiffers Wohnung und auch das „Landcommissariat“ befanden, die Kniehebelpresse, auf der Wirths berüchtigte Zeitung „Tribüne“ zeitweise gedruckt wurde, das Gasthaus Cappel, in dem das erste von zahlreichen „Festbanketten“ stattfand und mit dem jenes Format kreiert wurde, das im Hambacher Fest seinen Höhepunkt fand. Auch das Gebäude in der heutigen Eisenbahnstraße, in dem Wirth arbeitete und mit seiner Familie lebte sowie schließlich auch der Freiheitsbrunnen am Rondell werden angesteuert.

Ausgangspunkt ist um 18 Uhr das Außengelände des Siebenpfeiffer-Hauses, Kirchenstraße 8. Die Begehung dauert etwa anderthalb Stunden, die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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