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Eine aktuell durchgeführte Studie hat die Wirksamkeit der renalen Denervation belegt. Bei der in Homburg mitentwickelten Methode werden durch einen kleinen Eingriff bestimmte Nerven in Nierenarterien verödet und dadurch der Bluthochdruck gesenkt. Das Studienergebnis wurde Ende März in der renommierten Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht.

Nahezu jeder zweite Mensch in Deutschland leidet unter erhöhtem Blutdruck. Und das kann Folgen haben. „Bluthochdruck ist die Hauptursache für Herzinfarkte, Schlaganfälle und das Herz-Kreislauf-System betreffende Todesfälle“, erklärt Prof. Dr. Michael Böhm, Direktor der Klinik für Innere Medizin III – Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg. Das Team um Prof. Böhm forscht seit mehreren Jahren an einer Methode zur Senkung des Blutdrucks, die ohne Medikamente auskommt. „In den Nierenarterien verlaufen bestimmte Stressnervenfasern, die den Blutdruck beeinflussen. Wir können mit Hilfe eines Katheters eben diese Nerven veröden.“

Ob und wie stark eine solche Verödung den Blutdruck ändert, wurde in der „SPYRAL HTN-OFF MED“-Studie untersucht. Mehr als 300 Patienten an 46 Zentren in neun Ländern mit einem Blutdruck zwischen 140 und 180 mmHg, die alle keine blutdrucksenkenden Medikamente nahmen, wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Bei einer Gruppe wurde eine renale Denervation durchgeführt, bei der anderen Gruppe lediglich ein Scheineingriff. „Bei einer solchen Blindstudie wissen die Teilnehmer nicht, welcher Gruppe sie angehören. Dadurch minimiert man den Einfluss von Erwartungshaltungen oder auch unbewussten Verhaltensänderungen“, so Prof. Böhm. „Das Ergebnis dieser Studie war, dass durch die renale Denervation der Blutdruck nachweislich gesenkt werden konnte.“

Die Homburger Mediziner sehen den Eingriff als weitere Behandlungsmöglichkeit für Menschen, die unter Bluthochdruck leiden und bei denen keine Arzneimittel zur Blutdrucksenkung eingesetzt werden. Eine Zulassung zur Behandlung steht in Aussicht. Prof. Böhm: „Es wird aktuell darüber beraten, die renale Denervation breit zuzulassen.“

Parallel dazu läuft eine weitere Studie, die den Einfluss des Eingriffs bei Patientinnen und Patienten zeigen soll, bei denen der Bluthochdruck bereits medikamentös behandelt wird.

Originalpublikation in „The Lancet“:

Michael Böhm et. al.: Efficacy of catheter-based renal denervation in the absence of antihyperten-sive medications (SPYRAL HTN-OFF MED Pivotal): a multicentre, randomised, sham-controlled trial.

1 KOMMENTAR

  1. Aber die Patienten auf Station liegen lasse ohne sich zu kümmern! Und das bei Blutdruck Werten von 185!
    Wahrscheinlich war die Veröffentlichung des Artikels wichtiger!
    Genau mein Humor!

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