Der Homburger Friedhof - Bild: Stephan Bonaventura
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Bereits im vergangenen Jahr wurden die Friedhofsgebühren in Homburg deutlich erhöht. 2023 folgt nun ein weiterer heftiger Aufschlag: Die vom Stadtrat beschlossene neue Gebührensatzung sieht Preissteigerungen von teils über 100% vor. Diese seien jedoch „alternativlos“, wie verschiedene Ratsfraktionen betonten.

Die Preissteigerungen sind allgegenwärtig. Ob für Lebensmittel, Energie oder Gebrauchsgegenstände – überall müssen die Menschen tiefer in die Tasche greifen. Doch im Vergleich zur anstehenden Erhöhung der Friedhofsgebühren sind Inflationsraten von 10% fast schon Peanuts. Denn was der Stadtrat nun beschloss, hat es in sich und dürfte bei nicht wenigen Bürgern für Verärgerung sorgen.

Ab 2023 werden die Friedhofsgebühren an verschiedenen Stellen nämlich deutlich erhöht. Musste man beispielsweise für ein Urnengrab in einer Stele bisher 600 Euro bezahlen, sind ab nächstem Jahr 1300 Euro zu berappen. Und auch an anderer Stelle wird fast eine Verdopplung der Preise erreicht: Zum Beispiel 800 Euro statt 450 Euro für ein anonymes Urnenreihengrab oder auch 290 Euro statt 157 Euro für die Grabherstellungskosten für eine Urnenbeisetzung in einer Stele.

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„Das ist kein schöner Umstand und auch nicht sehr populär“, redete Bürgermeister Michael Forster gar nicht groß um den heißen Brei herum. „Aber es ist einfach dringend geboten, nachdem in den vergangenen Jahren hier nichts geschehen ist.“ Tatsächlich waren die Gebühren 20 Jahre lang nicht angetastet worden, bis im Mai 2021 eine drastische Erhöhung für das Jahr 2022 beschlossen wurde. Nun also ein weiterer großer Schritt, der die Gebühren in Homburg nun auf das Niveau zahlreicher anderer Nachbarkommunen hebt. Da die Kosten für die interne Berechnung der Friedhofsausgaben um rund eine Million Euro gesenkt werden können, kann so ein Kostendeckungsgrad von 70% für die Friedhöfe erreicht werden – ein Wert, den die Finanzaufsicht des Landesverwaltungsamtes der Haushaltsnotlagekommune Homburg ins Stammbuch geschrieben hatte.

So wurde in der Debatte des Stadtrats immer wieder auf die „Alternativlosigkeit“ einer Erhöhung hingewiesen. „Um einen genehmigungsfähigen Haushalt zu erreichen, ist diese einfach notwendig“, betonte der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Professor Marc Piazolo. Dieses Argument führte auch CDU-Fraktionschef Michael Rippel an, der von einem „gangbaren Mittelweg“ sprach. „Schließlich werden nicht alle Gebühren stark erhöht“, sagte er unter anderem mit Blick auf die nur wenige Euro betragende Steigerung bei den Friedhofsunterhaltungsgebühren.

Gegenwind kam dagegen von Linken und AfD, die der Gebührenerhöhung als einzige Fraktionen nicht zustimmten. „In Zeiten von Preissteigerung und hohen Energiekosten halten wir das aktuell für das falsche Zeichen zur falschen Zeit“, so Linken-Mann Florian Spaniol. Genau so sieht es auch der Fraktionsvorsitzende der AfD, Markus Loew. „Es ist aus unserer Sicht nicht angemessen, die Versäumnisse der letzten 20 Jahre nun innerhalb von zwei Jahren aufzuholen.“

Derlei Kritik bezeichnete FDP-Fraktionschef Jörg Kühn als „populistisch“. „Wir müssen überall an den Stellschrauben drehen, weil es einfach alternativlos ist.“ Wilfried Bohn von der SPD wies ebenfalls darauf hin, dass die Erhöhung notwendig sei. „Auch wenn wir wissen, dass diese in für die Bürger schweren Zeiten erfolgt.“ Zumindest ein kleines Trostpflaster hatte Bürgermeister Forster dann aber doch noch im Petto. „Wir werden die Gebühren zwar in einigen Jahren mit Sicherheit noch einmal anpassen müssen, aber dann nicht in solch großen Schritten.“

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Laura Theiss

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