Ein Ort, an dem viele Menschen mit ihren schwersten Gedanken allein bleiben, bekommt in Homburg ein neues Gesicht: Auf dem Hauptfriedhof wurde dieser Tage die sogenannte „Trauerbank“ offiziell eingeweiht. Sie soll genau dort Gespräche ermöglichen, wo Worte oft am dringendsten gebraucht, aber selten ausgesprochen werden.
Hinter der Idee stehen Eva Motsch und Anke Wittmer. Beide sind ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen beim Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst Saarpfalz und haben sich zusätzlich zur ehrenamtlichen Trauerbegleitung qualifizieren lassen. Die Ausbildung wurde vom Hospizverein Saarpfalz finanziert – und während dieser Zeit reifte der Wunsch, in der Kreisstadt einen Anlaufpunkt zu schaffen, der ohne Hürden funktioniert. Keine Anmeldung, keine Formulare, kein Druck.
Zu finden ist die Bank im hinteren Bereich des Neuen Hauptfriedhofs, geschützt unter dem dortigen Pavillon. Künftig sind die beiden Initiatorinnen an jedem zweiten und vierten Dienstag im Monat zwischen 10.30 und 12 Uhr vor Ort. Zieht das Wetter zu, oder werden die Monate kälter, weicht das Angebot in einen Raum neben der Aussegnungshalle aus, den die Kreisstadt zur Verfügung stellt. Wer kommt, kann reden, schweigen oder einfach nur da sein – kostenlos und auf Wunsch anonym.

Die kleine Einweihungsrunde versammelte all jene, die das Projekt mitgetragen haben. Neben den Initiatorinnen begrüßte die Stadt die Vorsitzende des Hospizvereins Saarpfalz e.V., Antoaneta Doggendorf, sowie Gabriele John-Neumann, hauptamtliche Koordinatorin der ambulanten Hospiz- und Palliativberatung Saarpfalz in Homburg. Auch Vertreter der Friedhofsverwaltung und Mitarbeitende der Grünflächenabteilung waren dabei. Einen besonderen Beitrag leistet Marion Wagner, Inhaberin von „Welt der Wolle“: Ihre selbstgehäkelten Sitzkissen sollen der Bank etwas Weiches, Einladendes geben – ein leiser Gegenpol zur Schwere des Anlasses.
Für die Stadt sprach Beigeordneter Philipp Scheidweiler, der den ehrenamtlichen Einsatz hervorhob. „Die Trauerbank ist ein wertvolles und niedrigschwelliges Angebot für Menschen in einer besonders schwierigen Lebensphase. Sie schafft einen Ort des Zuhörens und der Begegnung und ergänzt das soziale Angebot in unserer Stadt“, so Scheidweiler. Sein Dank gelte allen, die das Vorhaben mit großem persönlichen Einsatz möglich gemacht hätten.
Dass ein Friedhof zugleich Erinnerungsraum und Begegnungsort sein kann, ist dabei keine Selbstverständlichkeit. Genau diese doppelte Funktion will das Projekt sichtbar machen – als ergänzendes Angebot neben professioneller Trauerbegleitung und seelsorgerischer Hilfe. Vor allem aber soll es Menschen erreichen, die den Schritt in formellere Strukturen scheuen.
Weitere Informationen zum Angebot finden Interessierte im Internet unter www.trauerbank-homburg.de.
















