Wenn in weitem Umkreis um das Gymnasium Johanneum in Homburg kaum mehr ein Parkplatz zu finden ist, dann ist meistens Schulfestzeit. So auch an diesem ersten Samstag im September.

Bunt, vielfältig und lecker ging es zu. Das Schulfest in der Kardinal-Wendel-Straße gehört hier definitiv zu den absoluten Highlight im laufenden Schuljahr. Es ist sozusagen der Auftakt ins neue Jahr. Das Fest ist dabei sowohl für die Innen- als auch die Außendarstellung des Johanneums wichtig. Es stärkt die Schulgemeinschaft, man packt zusammen an, stellt sich in vielen Aktionen dar und präsentiert sich dann den ganzen Besuchern.

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Die beiden Lehrer Manuela Göller und Christoph Keßler sind die Hauptorganisatoren im Hintergrund. Bei ihnen laufen alle Fäden zusammen. Hier werden sämtliche Bestellungen an Gütern und Waren aufgegeben, die Personalplanung und die Aktivitätenliste wird erstellt und überwacht und auch die Endabrechnung liegt in ihrer Hand. Bereits in den Sommerferien werden die Klassenlisten vorbereitet und oft wird bereits am ersten Schultag über die Schulfestaktivitäten gesprochen. Hier bringen sich die Schülerinnen und Schüler aktiv mit ein, machen Vorschläge und entscheiden dann zusammen mit ihren Klassenlehrern was machbar ist und worauf sie Lust haben.

Christoph Keßler und Manuela Göller – Bild: SB/red

Bei den Fünfern, den Kleinsten an der Schule, wird an diesem Tag „Völkerball verkehrt“ gespielt. Damit soll auch der Teamgeist weiter gestärkt und gefördert werden. Die 6. und 7. Klasse dürfen laut offiziellen Reglementierungen keine Essensstände betreiben, stattdessen sollen sie für Abwechselung sorgen. Der Grund ist einfach. Nicht alle Klassen sollen Essen anbieten, dabei sind dann eher die höheren Klassen gefragt, denn alleine aus Hygiene- und Gesundheitsgründen steckt hier auch eine höhere Verantwortung dahinter. Abwechselung kommt am diesjährigen Schulfest beispielsweise durch Attraktionen wie „Grusel-Minigolf“, das Theater „Franz en France“ oder auch die „Geisterbahn“. „Die ist immer legendär, dort ist dann alles total verdunkelt und es geht schaurig zu, die Leute stehen hier immer in Schlangen an weil sie so gut ankommt“, sagt uns Manuela Göller. In einem Klassenraum weiter findet man eine Folierungswerkstatt und in einem anderen Saal wird Herbst- und Halloweendeko gebastelt. Die Besucher bekommen so sehr viel unterschiedliche Angebote während man gemütlich durch die Etagen schlendert.

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Ein besonderes Highlight ist der „Escape Room“ der Klasse 7eu. Ein „Escape Room“, das ist grob gesagt ein Raum voller Rätsel in dem ganz viele verschiedene Hinweise versteckt sind und die Besucher in Gruppen Detektiv spielen um gemeinsam den Weg heraus zu finden. Als Thema hatte sich die Klasse „Mord im Orient-Express“ ausgesucht. „Ziel ist es innerhalb von 10 Minuten den Täter herauszufinden, da ansonsten der Zug anhält und der Täter für immer verschwunden ist“, erklärt uns Lehrerin Kerstin Hoffmann.

Die Klasse 7eu hatte die Idee einen „Escape Room“ anzubieten – Bild: SB/red

Dazu müssen alle Nachwuchsdetektive erst einmal einen Videotrailer anschauen um alles erklärt zu bekommen und in die Geschichte einzuleiten. Danach geht es in den Schlafwagen und am Ende dann in den Kontrollwagen, in dem man einen dreistelligen Zahlencode herausfinden muss um dann ein Tätervideo gezeigt zu bekommen um die Vermutungen zu überprüfen. „Wir haben das alle zusammen entwickelt und wollten viel Spannung reinbringen. Die Videos haben die Schüler in den großen Pausen gedreht und alles Weitere haben wir in den Englischstunden erarbeitet“, verrät uns Kerstin Hoffmann. 26 Schüler haben insgesamt mitgeholfen und sind in verschiedenen Schichten anwesend um das Geschehen die ganze Zeit zu überwachen. Für alle ein Riesenspaß und der Andrang vor dem Saal spricht Bände.

Was das Gesamtangebot angeht, sind die Organisatoren darum bemüht, möglichst nichts doppelt auf dem Plan zu haben. In diesem Jahr wurde es dann trotzdem eine Dopplung, gleich zweimal gab es Waffeln zu kaufen und gleich zweimal waren die Waren noch vor dem offiziellen Ende der Veranstaltung ausverkauft. Waffeln sind halt immer ein Renner und heiß begehrt.

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So ein Schulfest ist viel Arbeit und dabei darf nicht vergessen werden, dass sich ganz viele Eltern miteinbringen. Ohne sie wäre das in der Form gar nicht stemmbar, sagt Manuela Göller. „Wir haben so viele Helfer, dass wir die Schichten auf je eine Stunde runterschrauben können. Das ist echt ganz toll.“ Weit mehr als 200 Helfer sind an diesem Tag vor und hinter den Kulissen im Einsatz. „Das ist eine enorme Rückmeldung für ein gelungenes und gutes Schüler-Eltern-Lehrer-Verhältnis. Wenn 200 Eltern bereit sind an einem Samstag hier mitzuarbeiten und uns unterstützen, dann ist eine gute Expertise“, fasst Schulleiter Oliver Schales zusammen.

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Jeder Stand und jeder Raum ist natürlich mit viel Liebe individuell von jeder Klasse gestaltet. Dazu gehört viel Kreativät. Noch vor Jahren war es aber wesentlich bunter. Vieles an Dekoration muss heute den hohen Brandschutzauflagen weichen. Insgesamt gilt es hier schon im Vorfeld viele Genehmigungen einzuholen damit der höchstmögliche Sicherheitsstandart eingehalten werden kann. Das alles hat übrigens auch einen tollen Nebeneffekt erzählt Manuela Göller: „Durch den vorgefertigten Plan, auf dem sämtliche Tische und Materialien in der Aula eingezeichnet sind, konnte das Helferteam im Vorfeld ohne Rückfragen alles aufbauen. Früher musste immer nachgefragt werden wo was steht, das ist jetzt wesentlich einfacher.“

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Und was passiert eigentlich mit dem erwirtschafteten Geld? „Der Erlös des Schulfestes geht zu einem Teil nach Peru zu Schulen, denen es nicht so gut geht wie uns, das ist bei uns Tradition. Mit dem anderen Teil finanzieren wir weiter in unseren internen Umgestaltungsprozess. Gerade erst haben wir unsere Aula neugestaltet und fit für die Zukunft gemacht.“

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