Neben Kaiserslautern, Pirmasens und Neustadt eröffnet die Kaiserslauterer Lebenswerk eG ihr viertes soziales Kaufhaus im Homburger Stadtteil Erbach. Menschen mit Behinderungen finden dort Arbeitsplätze, sozial schwache Menschen neben Kleidung, Möbeln und Hausrat alles Weitere, was sie für ihren Haushalt brauchen. Auch eine Anlaufstelle für Probleme aller Art wird es geben. Gefördert wird das Vorhaben vom Land und der Aktion Mensch.

„Bei uns darf jeder einkaufen. Wir sind ein diskriminierungsfreies Kaufhaus. Niemand braucht einen Bescheid von einem Sozialleistungsträger um zu uns kommen zu dürfen“, verspricht Joachim Geimer, der Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender der Lebenswerk eG in Kaiserslautern. Der Träger, der bereits drei weitere soziale Kaufhäuser in Rheinland-Pfalz betreibt, ist eine Sozialgenossenschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat Menschen mit Behinderungen einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt anzubieten. Der Anteil der Belegschaft besteht derzeit zu 40% aus Menschen mit Behinderungen.

In den sozialen Kaufhäusern werden Warenspenden aus der Bevölkerung zu fairen Preisen verkauft. Neben Kleidung und Schuhen finden sich dort Möbel, Haushalts- und Dekorationsgegenstände, Geschirr, Elektrogeräte, Bild- und Tonträger, Bücher und Möbel. „Gerade in der heutigen Zeit, in der Klimaerwärmung und Umweltschutz ein – zum Glück – in breiter Masse beachtetes Thema ist, ist es wichtiger denn je, einen Beitrag hierzu zu leisten. Wir tun das mit unseren bestehenden Kaufhäusern schon seit Jahren, vermeiden Müll und schonen Umweltressourcen, indem wir nicht mehr benötigte, aber dennoch gut erhaltene Waren wieder in den Verkauf bringen. Dieses Konzept möchten wir nun auch in Homburg umsetzen und hoffen auf positive Resonanz seitens Kunden und Spendern“, so Geimer.

Die Planungen zu dem Standort mit 400m2 großer Verkaufsfläche laufen schon seit letztem Jahr. Neben der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten hat sich vor allem die Finanzierung, zu der auch das Land und die Aktion Mensch ihren Beitrag geleistet haben, leider sehr zeitaufwendig gestaltet. „Da unsere Ressourcen sehr knapp bemessen sind, sind wir natürlich auf Fördermittel angewiesen. Wenn Sie einen solchen Standort mit weiteren Beteiligten planen müssen, dauert so ein Vorhaben eine Weile, bis es an die Umsetzung gehen kann. Es müssen neben der reinen Planung viele Formalitäten erledigt, Gutachten geschrieben und Stellungnahmen eingeholt werden, wobei wir zum Glück viel Hilfe durch das Land erfahren haben. Deshalb möchten wir an dieser Stelle hierfür unseren herzlichen Dank für die breite Unterstützung aussprechen. Letztendlich muss aber auch der Umbau mit diversen Handwerksfirmen – die zur Zeit sehr rar sind und volle Auftragsbücher haben – organisiert werden. Das alles braucht seine Zeit. Alles in allem haben wir von der Standortsuche bis zum heutigen Tag über ein Jahr gebraucht, um diesen Standort realisieren zu können“, erklärt Joachim Geimer.

Neben dem reinen Verkauf werden im „fairness“-Kaufhaus auch soziale Projekte umgesetzt. Gleich zum Start wird ein Helping-Point angeboten, an dem Menschen mit Problemen verschiedener Art Hilfe bekommen. Geimer: „Probleme mit dem Ausfüllen von Anträgen für Sozialleistungsträger, Hilfe bei Asylverfahren oder auch bei anderen Themen – wir sind auch in solchen Belangen für die Menschen da und schauen, was wir tun können. Diesen Helping-Point setzen wir auch schon in Kaiserslautern eine ganze Weile sehr erfolgreich um. Gleichzeitig sind wir mit unseren Kaufhäusern zusammen mit dem Queernet auch eine offizielle Anlaufstelle für queere Geflüchtete.“ Auch ein kostenloses und barrierefreies Internetcafé an dem jeder Stellen suchen, Bewerbungen schreiben und seine (elektronische) Korrespondenz erledigen kann, soll bald noch dazu kommen. „Wir haben noch ganz viele Sachen in Planung, um den Menschen in allen möglichen Belangen bei ihren Sorgen und Nöten entgegenkommen zu können. Aber Schritt für Schritt. Zuerst steht die Eröffnung des Verkaufs an“.

Eröffnet wird der Verkauf am 1. Oktober, um 10 Uhr in der Berliner Str. 80 im Homburger Stadtteil Erbach. Das Team vor Ort erwartet die ersten Kunden mit einer kleinen Kaffee- und Kuchentafel.

Öffnungszeiten: Mo.-Do.: 10-18.30 Uhr, Fr.: 10-14 Uhr. Tel: 06841/9597906.

2 KOMMENTARE

  1. Hallo, ich finde Euer Kaufhaus super da jeder dem es finanziell nicht so gut geht ,dahin kommen darf .Ich bin begeistert und best.demnächst ein treuer Kunde.

    Gute Start und alles Gute wünsch euch von Herzen

    Ute

  2. Finde es auch gut, dass dort jeder erwerben kann. Ebenfalls finde ich es gut, das dort ausschließlich behinderte einen Arbeitsplatz erhalten. In vielen anderen gGmbHs sind auch 1€. Jobber tätig die nicht behindert sind. Denn wenn man sich mal ansieht, Personen mit nur kleinem Gehalt haben am Ende nicht viel mehr wie ein Hartz-IV Empfänger mit 1€ Job. 424 Euro gibt es bei uns ja fürs Nichtstun + Kosten der Unterkunft. Dann noch 1,25€ pro Stunde 1€ Job Geld bei 30 Stunden in der Woche 150€ im Monat. Wir sind uns hier einen Drittenarbeitsmarkt am Schaffen. Gut für die Bürgermeister sind gGmbHs top, kann man sich präsentieren, wie sozial man ist.

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