Bild: FC 08 Homburg.
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In den letzten Wochen waren die Auftritte des FC 08 Homburg wahrlich keine Augenweide. Im Heimspiel gegen den SGV Freiberg gab es nun zumindest eine kleine Entschädigung für die Fans: Nach einer vor allem in der zweiten Hälfte guten Leistung schickte man den Aufsteiger mit einem 5:1 nach Hause. Ein Pflichtsieg, dem am kommenden Mittwoch die Kür folgen soll.

Wer die ersten zehn Minuten des Spiels verfolgte, dem konnte als FCH-Fan nur Angst und Bange werden. Da war ein Gegner, der vorne drauf ging, den Grün-Weißen keine Luft zum Atmen ließ und eine spürbare Unsicherheit in der Homburger Defensive aufzeigte. Fast fühlte man sich an die denkwürdige erste Hälfte im Spitzenspiel gegen den SSV Ulm erinnert, der in den ersten Minuten ähnlich furios loslegte und den Hausherren früh den Zahn zog. Doch der Gegner am Samstag war nicht der Ligaprimus, sondern der Aufsteiger aus Freiberg.

Zum Glück für den FCH, der sich nach zehn Minuten aus der Umklammerung lösen konnte und prompt den Führungstreffer erzielte. Nach schöner Kombination flankte Luca Plattenhardt in die Mitte, wo Top-Torschütze Fabian Eisele nur noch den Fuß hinhalten musste (11.). Mitten in die Drangphase der Gäste erzielte der FCH also den Führungstreffer – im Stile einer Spitzenmannschaft möchte man sagen. Doch zunächst war weiterhin kein Unterschied zwischen Aufsteiger und Meisterschaftsaspirant auszumachen. Im Gegenteil, Freiberg suchte weiter seine Chance und kam nach rund 20 Minuten zum verdienten Ausgleich. Und das nach katastrophalem Abwehrverhalten der Grün-Weißen, die Christian Mauersberger unbedrängt flanken und Nicola Jürgens in der Mitte gemütlich einköpfen ließen. „Das haben wir in dem Moment einfach nicht gut verteidigt“, ärgerte sich Trainer Wenzel über das Defensivgebahren seines Teams.

Lange währte die Freude bei den Freibergern jedoch nicht, denn schon vier Minuten später lag der FCH wieder in Führung. Nach einer Ecke kam David Hummel im Sechzehner an die Kugel, traf zunächst nur den Pfosten, versenkte den Nachschuss aber zur 2:1-Führung. Wenn Markus Mendler zehn Minuten später nicht einen Elfmeter verschossen hätte, wären die Fans wohl deutlich entspannter in die Pause gegangen. So blieb es nach einer insgesamt ausgeglichenen ersten Hälfte aber bei einem knappen Vorsprung.

„In der Halbzeit haben wir dann gesagt, dass wir leidenschaftlicher verteidigen und mehr investieren müssen“, erklärte Wenzel nach der Partie. Das kam bei der Mannschaft offensichtlich an, denn es folgte die beste Halbzeit seit vielen Wochen. Homburg ließ nun keinen Zweifel mehr aufkommen, wer hier die Spitzenmannschaft und wer das Kellerkind war. Man setzte Freiberg unter permanenten Druck, machte die Räume früh eng und sorgte so für eine Reihe an Abspielfehlern beim sichtlich überforderten Aufsteiger. Eine Fülle an Chancen war die Folge, die jedoch zunächst allesamt ungenutzt blieben.

So sollte es bis zur 70. Minute dauern, bis die Homburg ihren dritten Treffer erzielten. Nach einem Konter kam der eingewechselte Thomas Gösweiner an den Ball und bugsierte das Leder irgendwie über die Linie. Ein erlösender Treffer nicht nur für die rund 950 FCH-Fans im weiten Rund, sondern auch für den seit vielen Wochen glücklos agierenden Gösweiner. Doch damit hatten die Hausherren noch nicht genug. Kurz nach dem Gösweiner-Treffer wurde der ebenfalls eingewechselte und stark aufspielende Philipp Hoffmann im Strafraum von Gäste-Keeper Niclas Heimann von den Beinen geholt. Die zweite Chance ließ sich Mendler dann nicht entgehen, gegen seinen wuchtigen Strafstoß hatte Heimann nicht den Hauch einer Chance. Spätestens als in der Nachspielzeit Joker Lukas Hoffmann per Kopf das 5:1 erzielte, dürften die FCH-Fans zum ersten Mal seit langer Zeit wieder wirklich zufrieden mit ihrem Team gewesen sein.

Zwar fiel der Sieg wohl etwas zu hoch aus, dennoch zeigte der FCH in der zweiten Hälfte endlich mal wieder, wieso er zu den Meisterschaftskandidaten gehört. Mit dem schnellen und trickreichen Homburger Offensivspiel war der Aufsteiger aus Baden-Württemberg überfordert, während sich die Hausherren sichtlich den Frust von der Seele schießen konnten. Zur Wahrheit gehört aber natürlich auch dazu, dass man auf eine Mannschaft traf, die qualitativ bei weitem nicht zu den Top-Mannschaften der Regionalliga gehört. Ganz im Gegensatz zur TSG Hoffenheim II, gegen die die Grün-Weißen am Mittwoch um 17 Uhr ein eminent wichtiges Nachholspiel bestreiten. Sollten die Homburger diese Partie gewinnen, betrüge der Abstand zu Spitzenreiter Ulm „nur“ noch sechs Punkte; der Aufstieg wäre so noch im Bereich des Möglichen. Wenn die drei Punkte jedoch ausbleiben, dürfte der Zug nach ganz oben endgültig abgefahren sein.

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