Positiv im Rückblick, klare Ansagen für die kommenden Monate, Lob und Unterstützung von der Landespolitik – Der Neujahrsempfang der CDU Homburg enthielt viele Elemente, die ahnen ließen: Der „Regierende Bürgermeister“ befindet sich im Wahlkampfmodus. Auf der Agenda von Michael Forster eine Reihe von Reizthemen: Öffnung der Zunderbaum-Notzufahrt, Vertrag oder Suche nach neuem Investor für das Vauban-Carré, Entwicklung der Fläche am Eden-Kino, vor allem aber die dringend notwendige Reform der Verwaltung.

Die brauche neue Strukturen, neue Abläufe und eine neue Organsiationsform preschte Michael Forster vor, der im Vorjahr nach dem Schneidewind-Urteil als Bürgermeister die Amtsgeschäfte übernommen hatte. Nach seinem Befinden drehe der „Tanker Homburg“ noch nicht schnell genug. Zudem habe sich die Situation dramatisch verschärft, aus finanziellen Gründen. Der Wegfall von acht Millionen Euro bei der Gewerbesteuer und der Druck, bis 2024 einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen zu müssen, hat den gelernten Juristen und früheren Landesbeamten im Innenministerium zu unpopulären Maßnahmen gezwungen, die der Stadtrat mitgetragen hat, etwa die Anhebung der Gewerbe- und Grundsteuer und eine möglicherweise noch vorzunehmende Anpassung der Gebühren an die saarländischen Durchschnittswerte. 

Neben den so möglich werdenden Mehreinnahmen sind es aber vor allem die Einsparungen, die getroffen werden müssen bei den freiwilligen Aufgaben und den Sachleistungen, vor allem aber beim Personal. Bis 2024 sollen 40 Stellen gestrichen werden. Das heißt, dass von den bis dahin 60 durch Ruhestand freiwerdenden Stellen nur noch jede dritte neubesetzt wird, verdeutlichte Forster: „Das ist natürlich für eine Verwaltung eine enorme Herausforderung, und deshalb müssen wir auch ganz dringend die Organisationstruktur und die Abläufe ändern.“ Ein sehr guter Entwurf sei von der Stabsstelle erarbeitet worden. Nach internen Gesprächen mit den Mitarbeitern und in den Ausschüssen soll das Konzept auch der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Soviel verriet Forster beim Neujahrsempfang: „Wir werden sehr viel schlanker werden, vor allem im Bereich der Führungskräfte. Dort müssen wir zahlreiche Stellen einsparen.“ 

Den Landtagsabgeordneten dankbar war er für den Saarlandpakt. Für Homburg bedeute das einen Schuldenerlass von 52 Millionen Euro. Den anwesenden Bundestagsabgeordneten und Stadtverbandvorsitzenden Markus Uhl bat er, sich in Berlin stark zu machen, dass der Bund die restlichen 54 Millionen übernimmt. Sehnlichster Wunsch Forsters ist aber, endlich einen Schlusstrich unter die Dinge zu ziehen, die im letzten Jahr passiert sind. Nicht im Sinne von „Deckel drauf, wir decken alles zu und weiter so, nein, mir wäre dran gelegen, wenn wir einen echten Neustart, einen echten Aufbruch für Homburg schaffen.“ Das bedeute auch, dass einige Projekte aus der Vergangenheit abgeschlossen oder neugestartet werden müssen, wie etwa die touristische Erschließung des Schlossberges und das Vauban Carré, dessen Verhandlungen sich seit über einem halben Jahr wie Gummi ziehen. 

Jetzt sei für ihn klar, „dass, wenn es nicht gelingt in zwei Monaten dem Stadtrat einen unterschriftsreifen Vertrag vorzulegen, dann werden wir uns nach jemand Neuem umsehen.“ Als erfreulich wertete er den Umstand, dass ein Investor die gesperrte Fläche am Zweibrücker Tor entwickeln wird. Und plötzlich war Forster gewissermaßen im Wahlkampfmodus: Mehr Bürgernähe und Mitnahme wolle er ermöglichen und will dazu eine Dialogtour durch die Stadtteile starten. Dazu inspiriert habe ihn der Runde Tisch in Beeden. Einen Jugendbeirat will er einrichten, mehr Geld für Spielplätze wird verfügbar sein im neuen Haushalt (90.000 Euro statt bisher 15.000 Euro). 

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