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Wenn es ums Herz geht, zählt vor allem eines: Erfahrung. Diese Botschaft stellt die Gesellschaft zur Förderung des HerzZentrums Saar in den Mittelpunkt ihrer Reaktion auf den neuen Deutschen Herzbericht 2026. Für den Förderverein belegt die aktuelle Datenlage, dass hochspezialisierte Herzmedizin an leistungsstarken Zentren gebündelt gehört – und nicht über möglichst viele Standorte verteilt werden sollte.

Konkret appelliert der Verein an den Gesundheitsminister, die anstehende Krankenhausplanung zu nutzen, um anspruchsvolle kardiologische Leistungen gezielt zu konzentrieren. Nur so lasse sich die Qualität der Versorgung dauerhaft absichern. Rückenwind liefert dem Verein dabei die Demografie: Mit 25,4 Prozent Menschen ab 65 Jahren liegt das Saarland deutlich über dem Bundesschnitt von 22,7 Prozent. Und gerade Herzschwäche, Rhythmusstörungen, koronare Herzkrankheit und Klappenleiden treten im höheren Alter spürbar häufiger auf.

Für Dr. Helmut Isringhaus, den Vorsitzenden des Fördervereins, ergibt sich daraus eine klare Konsequenz. „Hochspezialisierte Herzmedizin braucht nicht Vielfalt der Standorte, sondern Tiefe der Spezialisierung“, erklärt er. Gemeint sind eingespielte Teams mit hohen Fallzahlen, das volle Spektrum moderner Verfahren und die Fähigkeit, rund um die Uhr jede Behandlungsoption abrufen zu können. Eine Anforderung, die sich realistisch nur an einem starken Zentrum erfüllen lasse, nicht an jedem Krankenhaus.

Der Herzbericht selbst liefert nach Lesart des Vereins das passende Prinzip. Komplexe interventionelle Eingriffe, anspruchsvolle Rhythmologie oder moderne Klappentherapien scheitern demnach nicht an fehlender Technik, sondern an fehlender Routine. Erst Teams mit entsprechendem Fallaufkommen entwickeln die Expertise und das interdisziplinäre Zusammenspiel, die messbar bessere Ergebnisse für Patientinnen und Patienten bringen. Statt viele Häuser mit Teilangeboten zu versehen, sollten die entscheidenden Leistungsgruppen deshalb an jene Zentren gebunden werden, die personell, technisch und organisatorisch dauerhaft mithalten können.

Ein besonderes Gewicht legt der Verein auf die enge Verzahnung von Kardiologie und Herzchirurgie. Bei schwierigen koronaren Erkrankungen und Klappenleiden lasse sich so gemeinsam die risikoärmste Therapie wählen – und im Notfall sofort jede Behandlungsmöglichkeit nutzen. Solche Heart-Team-Strukturen, so Isringhaus, wüchsen nicht beliebig an vielen Orten, sondern reiften an starken Zentren. Genau das biete das HerzZentrum Saar mit beiden Disziplinen unter einem Dach: „Das ist ein Vorteil, den die Bevölkerung im Saarland nicht aufgeben sollte.“

Als Beleg verweist der Verein auf internationale Erfahrungen. Länder wie Dänemark hätten ihre Herzversorgung konsequent auf spezialisierte Zentren ausgerichtet und damit nachweislich bessere Ergebnisse erzielt – dank optimierter Abläufe und einer durchgängigen Notfallbereitschaft. Hohe Relevanz misst der Verein auch der Rhythmologie bei: Bundesweit gehen 71 Prozent der stationären Fälle wegen Herzrhythmusstörungen auf Vorhofflimmern und Vorhofflattern zurück, weshalb Schrittmacher-, Defibrillator- und komplexe Ablationstherapien fest zu einer umfassenden Versorgung gehörten.

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Sein Fazit formuliert Isringhaus unmissverständlich. Die Krankenhausplanung dürfe keine Parallelstrukturen konservieren, sondern müsse Qualität, Personal und Kompetenz zusammenführen. „Für ein kleines Land wie das Saarland ist Konzentration kein Nachteil, sondern eine Voraussetzung dafür, Spitzenmedizin auch in Zukunft spezialisiert und rund um die Uhr anbieten zu können.“ Das HerzZentrum Saar müsse dabei eine zentrale Rolle spielen.

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