Symbolbild
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Die Zahlen zeichnen ein ernüchterndes Bild: Das Saarland kämpft stärker mit den Folgen des industriellen Wandels als der Rest der Republik. Das geht aus der aktualisierten Daten-Info hervor, die die Arbeitskammer des Saarlandes jetzt veröffentlicht hat. Das Faltblatt bündelt einmal jährlich die grundlegenden Kennziffern des Landes und stellt sie sowohl der Entwicklung des vergangenen Jahrzehnts als auch dem bundesweiten Durchschnitt gegenüber.

Besonders deutlich wird die Schieflage beim Blick auf die Wirtschaftskraft. Während das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Bund in den vergangenen zehn Jahren um 7,4 Prozent zulegte, schrumpfte die saarländische Wirtschaftsleistung im selben Zeitraum um rund 7,8 Prozent. Diese Entwicklung schlägt direkt auf den Arbeitsmarkt durch: Die Zahl der Beschäftigten ging an der Saar leicht um 0,4 Prozent zurück, bundesweit stieg sie dagegen um 9,3 Prozent.

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Hauptursache dürfte der massive Stellenabbau in der Industrie sein. Allein hier verschwanden im Saarland rund 22.000 Arbeitsplätze, ein Minus von 21 Prozent. Im Bund legte die Industriebeschäftigung im gleichen Zeitraum sogar leicht zu. Mit den Jobs schwindet auch die traditionell starke Mitbestimmung: Zwar sind mit 22,1 Prozent noch immer deutlich mehr Arbeitnehmende in einer DGB-Gewerkschaft organisiert als im Bundesschnitt mit 12,8 Prozent. Doch die Mitgliederzahl sank binnen zehn Jahren um 14,8 Prozent, das entspricht knapp 19.900 Personen.

Parallel dazu gewinnen prekäre Beschäftigungsformen an Gewicht. Niedriglöhne, Minijobs und Leiharbeit sind an der Saar stärker verbreitet als im übrigen Bundesgebiet. Dass die Armutsgefährdungsquote mit 19 Prozent erschreckend hoch ausfällt und das Bundesniveau von 16,3 Prozent klar überschreitet, überrascht vor diesem Hintergrund kaum.

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Besonders alarmierend liest sich die Lage der jungen Generation. Zwischen 2015 und 2025 ging die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung der unter 25-Jährigen im Saarland um 12,5 Prozent zurück, während sie bundesweit um 7,1 Prozent zunahm. Die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge brach im Land sogar um 20,2 Prozent ein, mehr als doppelt so stark wie im Bund.

Auch an den Schulen zeigen sich besorgniserregende Trends. Der Anteil der Schulabgängerinnen und Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss stieg zwischen 2014 und 2024 um 5,4 Prozentpunkte, konkret um 911 junge Menschen. Schon in der nachfolgenden Generation deutet sich eine sinkende Bildungsbeteiligung an: Die Betreuungsquote der Drei- bis Sechsjährigen fiel im Saarland in zehn Jahren um 9,3 Prozentpunkte, während sie im Bund nahezu stabil blieb. Die vollständige Daten-Info ist online unter www.arbeitskammer.de/dateninfos abrufbar.

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