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Saarbrücken könnte zum festen Halt auf einer der prestigeträchtigsten Bahnverbindungen Europas werden – wenn die Politik im Saarland geschlossen auftritt. Diese Forderung erhebt der Gewerbe- und Unternehmerverband des Saarlandes (GVS) mit Blick auf die geplante zweite Schnellzugverbindung zwischen Paris und Berlin. Der Verband unterstützt damit ausdrücklich den Vorstoß von Oberbürgermeister Uwe Conradt, der sich in einem Schreiben an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder für eine Streckenführung über die Landeshauptstadt eingesetzt hatte.

Hintergrund sind aktuelle Prüfungen der Deutschen Bahn und der französischen SNCF, ein zweites tägliches Schnellzugpaar zwischen den beiden Metropolen einzurichten. Für den GVS, der sich bereits 2023 für diese Trassenführung starkgemacht hatte, geht es längst nicht mehr um einen bloßen Fahrplaneintrag. Der Verband sieht in der Entscheidung eine Weichenstellung für die wirtschaftliche Zukunft der gesamten Region.

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„Erreichbarkeit ist ein Schlüssel für die wirtschaftliche Zukunft des Saarlandes“, betont der GVS-Vorsitzende Timo Lehberger. Wer ein Top-Standort für Zukunftstechnologien, Forschung und Industrie sein wolle, brauche eine entsprechende Anbindung. Ein zusätzlicher täglicher Schnellzug zwischen Paris und Berlin über Saarbrücken, so Lehberger, bringe Fachkräfte, Partner, Kunden und Investoren direkter in die Region, verkürze Wege und erhöhe nebenbei die Sichtbarkeit des Landes auf der europäischen Landkarte.

Dass von einer solchen Aufwertung nicht nur Konzerne und öffentliche Einrichtungen profitieren würden, ist dem Verband besonders wichtig. Gerade Soloselbständige sowie Inhaber kleiner und mittlerer Unternehmen seien darauf angewiesen, dass das Saarland erreichbar und wirtschaftlich attraktiv bleibt. „Eine starke Bahnanbindung ist kein abstraktes Verkehrsthema, sondern Wirtschaftsförderung vor Ort“, so Lehberger weiter.

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Die Folgen einer verbesserten Fernverkehrsanbindung beschreibt der Verbandschef konkret: Wenn Geschäftsreisende, Touristen und Kunden leichter ins Saarland kommen, spürten das Hoteliers, Gastronomen, Handwerker, Händler und Dienstleister unmittelbar. Eine zusätzliche Verbindung verbessere damit die Rahmenbedingungen für kleine Betriebe und stärke deren Wettbewerbschancen in einer ohnehin angespannten Wirtschaftslage.

Saarbrücken liege im Herzen einer grenzüberschreitenden Wirtschaftsregion, argumentiert der GVS – und genau diese Lage müsse sich endlich auch in konkreten Verkehrsentscheidungen niederschlagen. Eine zusätzliche Achse Paris–Berlin über die Landeshauptstadt wäre nach Lesart des Verbandes ein Gewinn für die Stadt, für das umliegende Saarland und für die deutsch-französische Zusammenarbeit gleichermaßen.

Damit dieses Ziel erreicht wird, fordert der Verband ein parteiübergreifendes und geschlossenes Auftreten von Landesregierung, Kommunen und den saarländischen Bundestagsabgeordneten. Nur mit einer gemeinsamen Stimme gegenüber dem Bund, der Deutschen Bahn und den französischen Partnern der SNCF, so die Überzeugung des GVS, lasse sich diese strategisch entscheidende Fernverkehrsanbindung tatsächlich durchsetzen.

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