Mit dem heutigen Tag läuft eine entscheidende Frist ab: Alle deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern müssen nun eine Kommunale Wärmeplanung vorgelegt haben. Für den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ist dieser Stichtag weit mehr als eine bürokratische Pflichterfüllung – er markiert einen zentralen Wendepunkt auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung.

„Dass die Wärmepläne der Großstädte jetzt vorliegen, ist ein starkes Signal und ein wichtiger Meilenstein für die Wärmewende und das Erreichen der Klimaziele“, betont Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Die Pläne legen fest, wie die einzelnen Stadtviertel künftig beheizt werden sollen – ob über Fernwärme, Wärmepumpen oder andere Lösungen.

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Dabei waren die Kommunen nicht auf sich allein gestellt. Die Energieversorgungsunternehmen hätten die Städte bei der Ausarbeitung aktiv begleitet, hebt Andreae hervor. Diese Zusammenarbeit habe sich bewährt und solle nun auch dort fortgesetzt werden, wo die Planung erst noch ansteht. Denn ein erheblicher Teil der mittelgroßen Gemeinden arbeitet bereits an eigenen Konzepten oder hat sie sogar schon fertiggestellt. Für Kommunen unter 100.000 Einwohnern bleibt indes noch Zeit: Ihre Frist endet erst am 30. Juni 2028.

Auf dem bisher Erreichten dürfe man sich allerdings nicht ausruhen, mahnt die BDEW-Spitze. Denn mit der Planung allein ist es nicht getan – jetzt komme es auf die konkrete Umsetzung an. Dafür brauche es zügig einen verlässlichen und investitionssicheren Rahmen, der sowohl ein zukunftsgerichtetes Wärmenetzpaket als auch eine planbare Förderung umfasse. Zudem solle der Deutschlandfonds gezielt weiterentwickelt werden, um private Investitionen in die Wärmewende anzukurbeln.

Darüber hinaus drängt der Verband auf eine grundlegende Überarbeitung des gesetzlichen Fundaments. Noch im Herbst 2026 solle eine umfassende Novelle des Wärmeplanungsgesetzes auf den Weg gebracht werden, fordert Andreae. Ziel sei es, die Qualität und Verbindlichkeit der Pläne zu erhöhen und die Wärmeplanung schrittweise zu einer integrierten Energieinfrastrukturplanung auszubauen.

Hinter diesem Anspruch steht ein klarer Gedanke: Strom-, Gas-, Wasserstoff- und Wärmenetze sollen nicht länger isoliert, sondern als zusammenhängendes Gesamtsystem betrachtet werden. So lassen sich teure Doppelstrukturen vermeiden – ein Aspekt, der laut BDEW sowohl volks- als auch betriebswirtschaftlich entscheidend ist. Gelingen könne das jedoch nur mit hochwertigen und aussagekräftigen Wärmeplänen, die diese Vernetzung von Beginn an mitdenken.

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