Foto: SR
Anzeige

Wer am Gollenstein bei Blieskastel unterwegs ist, entdeckt seit Kurzem nicht nur die bekannten Infotafeln zum steinzeitlichen Monument. Direkt am Wegesrand weist nun auch eine kleine Plakette mit QR-Code darauf hin, dass sich hier Geschichte und digitale Technik treffen. Mit einem schnellen Scan öffnet sich auf dem Smartphone ein Stück Fernsehgeschichte aus dem Archiv des Saarländischen Rundfunks.

Im Dezember ist die neue Plakette im Rahmen des Projekts „SR-Beiträge an öffentlichen Orten im Saarland“ offiziell am Gollenstein enthüllt worden. Der darauf hinterlegte QR-Code führt zu einem Videobeitrag, der 1996 in der SR-Sendung „Kulturspiegel“ ausgestrahlt wurde. Der Film beleuchtet die Geschichte des Gollensteins und ordnet das bekannte Wahrzeichen kulturhistorisch ein. Für Besucher vor Ort entsteht damit ein zusätzliches, leicht zugängliches Angebot, das die bisherigen Informationen ergänzt.

Anzeige

Das Projekt „SR-Beiträge an öffentlichen Orten im Saarland“ verfolgt das Ziel, Archivmaterial des Saarländischen Rundfunks direkt an Orten zugänglich zu machen, die eine besondere historische, kulturelle oder gesellschaftliche Bedeutung haben. Die Inhalte werden über die ARD Mediathek und die ARD Audiothek (ARD Sounds) bereitgestellt. So sollen Beiträge, die sonst nur im digitalen Archiv zu finden wären, unmittelbar mit den jeweiligen Erinnerungsorten im Land verknüpft werden.

Getragen wird das Vorhaben vom Saarländischen Rundfunk (SR), dem Saarländischen Museumsverband (SMV) und dem Saarländischen Städte- und Gemeindetag (SSGT). Es ist eingebettet in das ARD-weite Projekt „ARD-Content im öffentlichen Raum“, das in mehreren Bundesländern umgesetzt wird. Im Saarland fungiert der SR als federführender Partner, der gemeinsam mit den Institutionen vor Ort passende Beiträge auswählt und technisch aufbereitet.

Anzeige

Offiziell vorgestellt wurde das saarländische Projekt im September 2024. Bei einem ARD-weiten Kick-off präsentierten SR-Intendant Martin Grasmück und der Geschäftsführende Vorstand des Saarländischen Museumsverbands, Rainer Raber, die Pläne und ersten Umsetzungen der Öffentlichkeit. Seitdem ist das Netz der mit QR-Codes ausgestatteten Orte stetig gewachsen.

Inzwischen sind mehr als 25 Standorte im Saarland dauerhaft mit solchen Plaketten versehen. Dazu zählen unter anderem das Saarlandmuseum in Saarbrücken und das Salzbrunnenhaus in Sulzbach, das Deutsche Zeitungsmuseum in Wadgassen und die Alte Schmiede in Hof, der Wolfspark-Werner-Freund in Merzig sowie das Alte Zollhaus in Schmelz. An all diesen Orten können Besucher per Smartphone direkt auf ausgewählte Beiträge zugreifen, die inhaltlich auf den jeweiligen Standort zugeschnitten sind.

Das Projekt ist langfristig angelegt. Gemeinsam mit dem Saarländischen Museumsverband und dem Saarländischen Städte- und Gemeindetag als zentralen Partnern sollen in den kommenden Jahren zahlreiche weitere öffentliche Orte im Saarland mit entsprechenden QR-Codes ausgestattet werden. Auch zusätzliche Partner sind dabei ausdrücklich vorgesehen. Der Gollenstein in Blieskastel ist damit einer von vielen Punkten auf einer wachsenden Landkarte, auf der sich lokale Geschichte und digitale Archive verbinden.

Anzeige