police standing on road during daytime
Polizei Symbolbild

Nach dem Kenntnisstand der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Landesbezirk Saarland, haben in den vergangenen zwölf Monaten jahrgangsübergreifend bislang elf Studierende das Studium an der FHSV abgebrochen oder wurden entlassen. Hinzu kommen bis zu 18 Studierende des jüngsten Studienganges P 43, die das Studienjahr wiederholen müssen oder aufgrund mangelhafter Klausurergebnisse entlassen werden sollen. Im Falle der Wiederholung stünden sie frühestens ein Jahr später als vorgesehen für die Verstärkung der Polizei zur Verfügung.

Der Landesvorsitzende der GdP, David Maaß, hierzu: „Die Zahl der Neueinstellungen ist eine vorberechnete Bedarfszahl. Kommt es zu einer hohen Zahl an außerplanmäßigen Verlusten in der Ausbildungszeit bzw. im Studierendenbereich, so reißt dies ein zusätzliches Loch in das Personalkorsett der saarländischen Polizei, die bekanntermaßen eh schon am personellen Krückstock geht. Dieser Personalabbau quasi durch die Hintertür verschärft die Wirkungen des historischen Personaltiefstandes bei der Polizei und sorgt für heftigste Belastungsspitzen im täglichen Dienst. Die GdP fordert deswegen die Landesregierung und insbesondere das Innenministerium auf, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um diese zusätzlichen Ausfälle 1:1 nachzupersonalisieren.“

Hinzu kommt die Problematik, dass nach Informationen der GdP die Anzahl an geeigneten Bewerbern für den im Oktober einzustellenden Studienjahrgang P 44 am Ende des Auswahlverfahrens nur noch knapp über der geplanten Einstellungszahl von 130 Anwärtern liegt. Maaß weiter: „Mit Blick auf frühere Bewerberzahlen von weit über 1000 für 100 Neueinstellungen ist die derzeitige Bewerberlage ein echtes Warnsignal. Hier kommt zum Ausdruck, dass in den vergangenen Jahren in Sachen Sicherheitspolitik in unserem Lande vieles schief gelaufen ist. Das Innenministerium muss daher schleunigst die Frage beleuchten, warum sich immer weniger Menschen bei der saarländischen Polizei bewerben. Wir sind uns dabei sicher, dass der wesentlichste Grund die nicht mehr vorhandene Attraktivität der Arbeit bei der saarländischen Polizei ist. Die GdP fordert das Innenministerium eindringlich auf, die Ursachen zu untersuchen und alsbald ein Programm zur Steigerung der Attraktivität des Polizeiberufs auf den Weg zu bringen. Dazu gehört an erster Stelle, Besoldung, Zulagen und Karrieremöglichkeiten zu verbessern!“

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist die größte Interessenvertretung der Polizeibeschäftigten Deutschlands. Sie engagiert sich für ihre saarlandweit über 2.700 Mitglieder für die Zukunftsfähigkeit der Polizei sowie auf dem Gebiet der Sicherheits- und Gesellschaftspolitik.

Quelle: GdP

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