Symbolbild

Vor einigen Monaten starteten die Impfzentren im Saarland ihren Betrieb, seitdem wurden viele tausend Menschen dort geimpft. Doch am 30. September schließen drei der vier Impfzentren ihre Pforten. Wie es mit den Impfungen weitergeht und wo die Auffrischungsimpfungen zuerst über die Bühne gehen sollen, darüber hat nun Gesundheitsministerin Monika Bachmann in einer Pressekonferenz aufgeklärt.

Rund zwei Drittel der Saarländer sind mittlerweile geimpft – im Bundesdurchschnitt eine relativ hohe Quote. „Doch sie ist noch lange nicht hoch genug“, unterstreicht Gesundheitsministerin Monika Bachmann. Dennoch werden am 30. September die Impfzentren in Neunkirchen, Saarlouis und Lebach geschlossen. Saarbrücken folgt zwei Wochen später. „Dort lassen wir länger auf, damit sich noch mehr der dort ansässigen Studierenden impfen lassen können“, erklärt Bachmann.

Bereits seit vergangener Woche Freitag werden in den Impfzentren, deren Betrieb bis Ende Juni rund 26 Millionen Euro gekostet hat, bereits keine Erstimpfungen mehr mit Moderna durchgeführt. Dagegen werden Johnson&Johnson sowie Biontech bis zum Schließungstag verimpft. „Bei denjenigen, die Biontech nach dem 10. September erhalten, wird die Zweitimpfung dann beim Hausarzt durchgeführt“, schildert die Gesundheitsministerin das Prozedere in den kommenden Wochen.

Ohnehin nimmt Biontech in der saarländischen Impfkampagne auch in Zukunft eine herausragende Stellung ein. Denn mit diesem Impfstoff werden seit heute die ersten Auffrischungsimpfungen in Alten- und Pflegeheimen durchgeführt. 149 davon gibt es im Saarland, 141 sind bereits auf einem „Tourenplan“ eingetragen. So sollen 13.000 besonders pflegebedürftige Menschen ein Auffrischungsangebot erhalten. Bis zum 11. November möchte man diese Tour abgeschlossen haben. „Neu ist, dass wir dieses Mal auch den Mitarbeitern in den Heimen ein Impfangebot machen“, sagt Bachmann. „Das machen wir auch deshalb, weil wir wissen, dass in diesem Bereich viele noch nicht geimpft sind.“

Doch nicht nur dort werden in den kommenden Wochen und Monate Teams vorbeikommen, um Menschen zu impfen. Ab dem 7. September wird nach und nach auch im Umfeld von Schulen geimpft. „Während der Impfung sind die Schüler natürlich entschuldigt“, unterstreicht Bachmann mit Blick auf die Freiwilligkeit des Angebots. Freiwillig waren in den letzten Monaten auch die Impfungen, die von mobilen Teams zum Beispiel in Einkaufszentren durchgeführt wurden. „Das läuft hervorragend“, freut sich Bachmann über die so rund 13.000 verabreichten Impfungen.

Doch neben dem Impfen wird wohl auch das Testen in den kommenden Monate noch eine wichtige Rolle spielen. Dabei verweist Gesundheits-Staatssekretär Stephan Kolling auf die hohe Bedeutung der Tests im Rahmen des sogenannten „Saarland-Modells“. „Es ist wichtig, dass wir genau darauf schauen, wie sich die Pandemie entwickelt, damit wir das Gesundheitssystem rechtzeitig vor einer Überlastung schützen können.“ Derzeit gebe es jedoch diesbezüglich keine Probleme – trotz einer Inzidenz, die der im vergangenen Dezember gleichkommt. „Da sieht man auch, wie wichtig das Impfen ist“, so Kolling mit Blick auf die weniger schweren Verläufe bei immunisierten Personen.

Um in Zukunft Corona-Fälle möglichst frühzeitig aufspüren zu können, soll in Alten- und Pflegeheimen sowie ähnlichen Einrichtungen auch in den nächsten Wochen engmaschig getestet werden. So sollen sich zum Beispiel nichtgeimpfte Mitarbeiter zweimal wöchentlich Tests unterziehen. „Auch Besucher sollten sich vorher weiterhin testen lassen“, empfiehlt der Staatssekretär. Nicht zuletzt dafür bleiben die landeseigenen Testzentren auch über den Winter hinweg weiter geöffnet – auch wenn die Tests ab dem 11. Oktober nach einem Bund-Länder-Beschluss in den meisten Fällen selbst bezahlt werden müssen.

Ein klarer Beschluss, der bezüglich möglicher 2G-Regelungen noch aussteht. Erst zuletzt hatte Ministerpräsident Tobias Hans diese für bestimmte Ausnahmesituationen nicht mehr ausgeschlossen. Gesundheitsministerin Bachmann versicherte nun bei der Pressekonferenz, dass man versuchen wolle, mit der 3G-Regel über den Winter zu kommen. Ob das klappt steht jedoch wie bei so vielem in der Corona-Pandemie noch in den Sternen.

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