Auf dem Parkplatz neben dem Forum befindet sich das Testzentrum der Stadt Homburg - Bild: Stephan Bonaventura

Am Montag ist auf dem Parkplatz des früheren Hallenbades das „Kommunale Testzentrum Homburg“ in Betrieb gegangen. Betreiber Thorsten Bruch (TOB events) bietet dort in Kooperation mit der Johanniter Unfallhilfe eine ergänzende Möglichkeit für bis zu 1.700 Schnelltests pro Tag.

Bedarf hierfür sieht Homburgs Bürgermeister Michael Forster (CDU) für den Fall, dass im Zuge weiterer Lockerungsmaßnahmen erst ein schriftliches Testergebnis den Besuch von Gastronomiebetrieben, Einzelhandel, Dienstleistungsanbietern und Kulturstätten erlaubt. Aber auch schon jetzt ist er davon überzeugt, dass ein verstärktes Testen einen wesentlichen Beitrag dazu leisten kann, die Pandemie einzudämmen. „Je mehr Leute getestet werden umso eher kommen wir aus einem Lockdown raus. Asymptomatische Leute werden rausgefiltert. Die Leute wissen oft nicht ob sie infiziert sind. Gerade die asymptomatischen Leute, die zu anderen Menschen gehen, stecken an ohne es zu wissen. Das Rausfiltern ist deshalb ein wesentlicher Beitrag dafür, dass sich die Pandemie nicht noch mehr ausbreitet“, so Forster.

Nachdem die Politik in Berlin und Saarbrücken im letzten Monat festgeklopft hatte, dass neben dem Impfen das Testen als zweite Strategie-Linie verfolgt werden soll, habe er gemeinsam mit der Ersten Beigeordneten Christine Becker (SPD) vereinbart, dass ein kommunales Testzentrum eingerichtet wird. Unter mehreren Anbietern habe man sich dann für Thorsten Bruchs Unternehmen TOB events entschieden, „weil wir da jemanden haben, der ein Testzentrum im Sinne der Bürger betreiben kann.“

(v.l.n.r.) Esra Limbacher, Torsten Feix, Christine Becker, Michael Forster, und Thorsten Bruch bei der Eröffnung des neuen Kommunalen Testzentrum in Homburg – Bild: Stephan Bonaventura

Weil zeitgleich auch ein von ihm und dem Landrat unterstütztes Landeszentrum gegenüber auf dem DSD-Gelände eingerichtet wurde, sei er oft gefragt worden, warum eigentlich zwei Zentren? „Es macht aus unserer Sicht Sinn, weil es eben auch in Form einer Drive Through-Lösung am Besten funktioniert; es hat einen hohen Durchsatz. Klar ist aber auch, dass wir jetzt erst einmal in einer abgespeckten Form begonnen haben, weil die Nachfrage an Tests zurzeit überschaubar ist.“ Für Forster ist aber auch klar, dass sich das änderen muss, „denn solange es mit dem Impfen hapert, hilft uns nur das ‚Testen, Testen, Testen‘, um uns ein stückweit aus der Pandemie zu führen.“

Im Gegenzug erwartet er aber auch spürbare Lockerungen, was die Öffnung von Gastronomie und Einzelhandel betrifft: „Da muss es dann Lockerungen geben. Ich sehe es nicht ein, dass Geschäfte geschlossen bleiben müssen, wenn ich einen Negativ-Test habe. Das ist nicht einleuchtend. Es ist längst überfällig, dass die Politik das anbietet: Weitere Öffnungen durch Testungen neben den Impfungen. Das Ganze wird sich ändern, wenn die Leute durchgeimpft sind, bis dahin ist das die einzige Möglichkeit die Situation zu entschärfen“, wird Forster deutlich und rechtfertigt damit gleichzeitig das Angebot eines zweiten Testzentrums in Homburg.

Dort können Bruch und das medizinische Personal der Johanniter in zehn Linien bis zu 1700 Tests am Tag durchführen. Dazu sei kein tiefer Nasenabstrich notwendig und auch kein Rachenabstrich. Lediglich zweieinhalb Zentimeter tief wird das Teststäbchen in die Nase eingeführt, nach 30 Minuten wird das Ergebnis per eMail übermittelt. Bruch, der seine Zeit-, Location- und Eventmanagement-Erfahrungen nach einem Jahr Abstinenz wieder zur Verfügumng stellen kann und sich darüber freut, stützt sich auf das Buchungssystem von Ticket-Regional. Über die Webseite www.testzentrum-homburg.de wird man dorthin geleitet, bucht seinen Termin und bringt den Ausdruck mit. Ein gültiger Personalausweis ist Pflicht. Das Durchfahren der Teststation ist mit Fahrzeugen bis zu einer Höhe von 2,90 Meter möglich. Zur Zeit koche man zwar noch auf Sparflamme, doch sei man gut gerüstet für den Fall, dass die Nachfrage nach den Bürgertests rapide steigt. Geöffnet ist das Kommunale Testzentrum Homburg Montag bis Freitag von 7 bis 20 Uhr, samstags von 9 bis 15 Uhr.

Bild: Stephan Bonaventura

Mit dem Saarpfalz-Kreis ist vereinbart, dass positive Schnelltests unverzüglich dem Gesundheitsamt gemeldet werden, teilt die Kreisverwaltung auf Nachfrage mit. Dort müssen auch Kommunen eine Beauftragung zum Betrieb eines kommunalen Testzentrums beantragen. Die Kreisverwaltung sei weder Kostenträger noch sei sie bei der Flächenbereitstellung in den Kommunen eingebunden. Landrat Dr. Theophil Gallo: „Die Kommunen wählen den Ort und die Flächen für die Testzentren aus. Für den Kreis ist von Bedeutung, dass wir bei positiven Testergebnissen unverzüglich informiert werden und dass das Gesundheitsamt seinerseits alle weiteren gebotenen Maßnahmen treffen kann.“ Es ginge darum potentielle Infektionsketten sofort zu unterbrechen. Gallo: „Je mehr Testangebote es gibt, desto besser wird das Modell funktionieren. Insofern ist das erhöhte private Engagement auch sinnvoll und auf jeden Fall zu begrüßen. Inwieweit es im Einzelfall sich für einen Privaten wirtschaftlich rechnet, wenn es in einer Gemeinde mehrere Testmöglichkeiten gibt, muss jeder selbst abwägen.“

In Homburg ist es neben TOB events der Eventmacher Thilo Ziegler auf dem DSD-Gelände, der vom Land beauftragt wurde. In der Nachbarkommune Kirkel hat sich Grunder Gourmet erfolgreich beworben. Wie Bürgermeister Frank John bestätigt organisert das Unternehmen in allen drei Gemeindeteilen eine Teststation.

 

 

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