Das Universitätsklinikum des Saarlandes hat vor rund zwei Jahren ein Schutzkonzept gegen Gewalt und Missbrauch ins Leben gerufen, das seit dieser Zeit stetig weiterentwickelt und konsequent umgesetzt wird. Bei Verdachtsfällen von Grenzverletzungen bis hin zu konkretem Fehlverhalten greift das Schutzkonzept, so auch aktuell bei einem Fall, der unmittelbar zu einer fristlosen Kündigung eines ärztlichen Mitarbeiters geführt hat.

 „Unser Universitätsklinikum soll ein geschützter Ort für alle Menschen sein und wir dulden bei uns keine Grenzverletzungen, keine Gewalt, keine Übergriffe oder ähnliches Fehlverhalten“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Reith, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKS. „Daher haben wir im Sommer 2019 das Schutzkonzept „Gewaltprävention am UKS“ ins Leben gerufen, das größtmögliche Sicherheit in Bezug auf Kinderschutz, Missbrauchs- und Gewaltprävention für alle Menschen am UKS gewährleisten soll.“ Die Weiterentwicklung des Konzeptes wird durch den deutschlandweit anerkannten Kinderschutz-Experten Prof. Dr. Jörg Fegert und dessen Team vom Universitätsklinikum Ulm begleitet und hat Modellcharakter.

„Fehlverhalten und Übergriffe finden wir leider immer wieder überall in unserer Gesellschaft und so ist auch unser Universitätsklinikum mit über 5.500 Mitarbeitern, über 50.000 stationären und mehr als 200.000 ambulanten Patienten pro Jahr wie jedes andere Unternehmen und auch jedes andere Krankenhaus nicht davon ausgeschlossen“, erklärt Prof. Reith. „Jedoch sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jetzt stärker für solche Themen sensibilisiert und aufgefordert, Fehlverhalten und Verdachtsmomente zu melden. Auch sind wir im stetigen Kontakt mit anderen öffentlichen Stellen, mit denen ein Austausch enorm wichtig ist. Es ist unser vordringlichstes Anliegen, den Umgang mit Verdachtsfällen oder den Hinweisen auf konkretes Fehlverhalten stetig zu verbessern.“

Weiter berichtet Prof. Reith von einem aktuellen Vorgang: „Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken ermittelt derzeit gegen einen ärztlichen Mitarbeiter des UKS wegen des Verdachts des Besitzes kinderpornografischer Inhalte und der sexuellen Belästigung einer volljährigen Patientin. Das UKS nimmt den Vorwurf sehr ernst, hat dem Schutzkonzept entsprechend alle erforderlichen Maßnahmen getroffen und nach eingehender Prüfung eine fristlose Kündigung ausgesprochen“, so Prof. Reith. „Wir unterstützen die Arbeit der Ermittlungsbehörden in vollem Umfang.“

 

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